Gemeinsam zukunftsfähig: Universität Hohenheim verabschiedet neue Nachhaltigkeitsstrategie
Die Universität Hohenheim richtet ihren strategischen Kompass neu aus und bündelt ihre Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit in einem umfassenden Gesamtkonzept. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess ist eine Nachhaltigkeitsstrategie entstanden, die in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt wird. Fünf zentrale Handlungsfelder, 23 übergeordnete Ziele und mehr als 200 bereits laufende Maßnahmen bilden den Rahmen.
Ziel ist es, das bestehende Nachhaltigkeitsprofil weiter zu schärfen und systematisch auszubauen. Neben der Weiterentwicklung von Forschung und Lehre stehen ein ressourcenschonender Campusbetrieb, tragfähige Organisationsstrukturen, eine gelebte Nachhaltigkeitskultur sowie Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft im Fokus.
Nachhaltigkeit mit historischem Fundament
Nachhaltiges Denken ist in Hohenheim historisch verankert. Die Gründung der Universität im Jahr 1818 stand im direkten Zusammenhang mit den Folgen des Vulkanausbruchs des Tambora in Indonesien. Das daraus resultierende „Jahr ohne Sommer“ führte europaweit zu Ernteausfällen und Hungersnöten. Die neue Einrichtung sollte die Landwirtschaft widerstandsfähiger machen und die Ernährungssicherheit langfristig stärken.
Bis heute arbeiten Forschende an Lösungen für drängende Zukunftsfragen – von resilienten Ernährungssystemen bis hin zu einer kreislauforientierten Bioökonomie.
Nachhaltigkeit im Studienangebot verankert
Der Anspruch spiegelt sich auch in den Studiengängen wider. Programme wie der Bachelor „Sustainability & Change“, der Master „Nachhaltige Biobasierte Technologien“, der Master „Earth and Climate System Science“ sowie der fakultätsübergreifende Master „Bioökonomie“ setzen gezielt Schwerpunkte in nachhaltigkeitsrelevanten Themenfeldern.
Mit der neuen Strategie soll der bereits vorhandene „grüne Faden“ über alle Bereiche hinweg sichtbarer werden. Bestehende Initiativen werden gestärkt, besser vernetzt und um neue Maßnahmen ergänzt. Gleichzeitig schafft die Universität Transparenz über Entwicklungsbedarfe und konkrete Umsetzungsschritte.
Ganzheitlicher Ansatz und feste Strukturen
Die Strategie folgt dem sogenannten Whole Institution Approach: Nachhaltigkeit wird als Querschnittsaufgabe verstanden – von Studium und Forschung über Verwaltung und Governance bis hin zu Transfer und Campusleben. Alle Statusgruppen sind eingebunden.
Strukturell wurde das Thema durch ein eigenes Prorektorat für Digitale Transformation und Nachhaltigkeit sowie durch ein Green Office verankert. Künftig soll ein regelmäßiger Nachhaltigkeitsbericht Kennzahlen bündeln und Fortschritte dokumentieren.
Auch der Entwicklungsprozess selbst war partizipativ angelegt. Studierende, Initiativen, Green Teams sowie Beschäftigte aus Wissenschaft und Verwaltung brachten ihre Perspektiven ein. Dieser dialogorientierte Ansatz wird bei der weiteren Umsetzung fortgeführt.
Konkrete Maßnahmen auf dem Campus
Ergänzt wird die Strategie durch ein fortlaufend aktualisiertes internes Dokument mit mehr als 200 Beispielmaßnahmen. Die Bandbreite reicht vom nachhaltigen Laborbetrieb über Biodiversitätsflächen auf dem Campus und angepasste Beschaffungsrichtlinien bis hin zu neuen Veranstaltungs- und Onboarding-Formaten sowie verbindlichen Nachhaltigkeitskompetenzen in Studiengängen.
Der Nachhaltigkeitsbegriff ist dabei bewusst weit gefasst. Neben dem Schutz natürlicher Ressourcen spielen auch soziale Verantwortung, Diversität, demokratische Werte und der Zusammenhalt auf dem Campus eine zentrale Rolle. Damit versteht sich die Universität Hohenheim als Impulsgeberin für eine nachhaltige Entwicklung – weit über den Campus hinaus.
Fotocredits: Universität Hohenheim / Max Kovalenko

