Tag des Handwerks: Auf dem Klett-Areal wird Zukunft gebaut
Nachhaltige Sanierung, Lehmbautechnik und neue Grünflächen: Zum Tag des Handwerks zeigte eine Baustellenführung auf dem Stuttgarter Klett-Areal, wie traditionelles Handwerk und innovative Baukonzepte zusammenwirken.
Am Feuersee wird derzeit sichtbar, wie sich historische Bausubstanz, moderne Arbeitswelten und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verbinden lassen. Anlässlich des Tags des Handwerks am 19. September konnten Besucherinnen und Besucher bei einer Führung über das Klett-Areal einen Blick hinter die Kulissen des umfangreichen Bauprojekts werfen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Handwerkskammer Region Stuttgart gemeinsam mit der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27). Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Beitrag das Handwerk bei den Herausforderungen rund um Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Entwicklung zukunftsfähiger Städte leisten kann.
Historische Gebäude werden nachhaltig weiterentwickelt
Auf dem Areal der Klett-Gruppe werden bestehende Gebäude umfassend saniert. Gleichzeitig sollen versiegelte Flächen reduziert und zusätzliche Grünbereiche geschaffen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf nachhaltigen Materialien und Bauweisen.
Bei der Führung wurde unter anderem der Einsatz von Lehmbauelementen vorgestellt. Das natürliche Material kann Feuchtigkeit und Wärme aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch lässt sich ein ausgeglicheneres Raumklima schaffen und der Bedarf an technischer Kühlung reduzieren.

Geleitet wurde der Rundgang von Nikolai Pauli von der Klett-Haus Stuttgart GmbH. Er erläuterte den Besucherinnen und Besuchern, wie die verschiedenen Maßnahmen auf dem innerstädtischen Areal ineinandergreifen.
Viele Partner arbeiten gemeinsam an einem Ziel
Eine Besonderheit des Projekts ist die Integrierte Projektabwicklung (IPA). Dabei werden die verschiedenen am Bau beteiligten Partner bereits frühzeitig in die Planung und Umsetzung eingebunden. Ziel ist es, Schnittstellen besser abzustimmen, mögliche Konflikte rechtzeitig zu erkennen und Bauabläufe effizienter zu gestalten.
Christoph Ott von der Gottlob Rommel Gruppe, der auf dem Klett-Areal die Rohbau- und Umbauarbeiten als Oberbauleiter begleitet, gab Einblicke in die praktische Umsetzung. Neben dem Stuttgarter Bauunternehmen sind weitere Handwerksbetriebe aus der Region beteiligt, darunter Heinrich Schmid, Barth & Kerner GmbH und Dangel-Metall GmbH.
Für Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, zeigt das Projekt exemplarisch, welche Bedeutung das Handwerk bei der Transformation von Städten und Gebäuden hat. Nachhaltiges Bauen und neue Arbeitswelten müssten schließlich nicht nur geplant, sondern auch praktisch umgesetzt werden.

Auch Hauptgeschäftsführer Peter Friedrich verweist auf die Bedeutung der regionalen Betriebe. Gerade bei komplexen Bauprojekten seien Fachwissen, Erfahrung und innovative Lösungen gefragt.
Fertigstellung für 2027 geplant
Das Klett-Areal soll 2027 fertiggestellt werden. Das Projekt ist Teil der Entwicklung, mit der die IBA’27 neue Ansätze für das Bauen und Arbeiten der Zukunft sichtbar machen möchte.
Zum Tag des Handwerks gab es neben dem Rundgang in Stuttgart noch eine weitere Baustellenführung: Die Handwerkskammer Region Stuttgart öffnete auch den Blick auf das Holzparkhaus in Wendlingen, ein weiteres IBA’27-Projekt.
Die Veranstaltungen machten deutlich, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht allein auf dem Reißbrett entsteht. Auf Baustellen und in den Werkstätten der beteiligten Handwerksbetriebe werden die Konzepte konkret umgesetzt – mit neuen Materialien, modernen Arbeitsweisen und viel regionalem Know-how.
Text: M.C. Alten-Siegl
Fotocredits: Andreas Engelhard

