Handwerk rüstet sich für die Energie- und Wärmewende
Berufsübergreifende Zusammenarbeit wird immer wichtiger
Die Energiewende ist in vollem Gange: Bis 2035 will die Stadt Stuttgart klimaneutral sein, das Land Baden-Württemberg soll bis 2045 folgen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verstärkt Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und energieeffiziente Gebäude benötigt – und damit gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Handwerk. Die Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart bereitet sich darauf vor, Handwerkerinnen und Handwerker optimal auf die neuen Herausforderungen einzustellen.
Veränderung im Handwerk: Mehr Fachwissen erforderlich
David Koptik, Spezialist und Trainer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), betont die zunehmende Bedeutung der Energie- und Wärmewende im Handwerk. "Dieses Thema wird zum Geschäftsmodell der Zukunft. Insbesondere für Anlagenmechaniker SHK bedeutet das eine verstärkte Ausrichtung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Technologien."

Die Anforderungen an Handwerkerinnen und Handwerker wachsen: Wer eine Wärmepumpe installiert, muss nicht nur mit Heizungs- und Sanitärtechnik vertraut sein, sondern auch mit Elektrik, Kältetechnik und Bauphysik. „Damit ein Kunde nicht mehrere Handwerker engagieren muss, sollten diese Zusammenhänge innerhalb eines Berufsbildes klar sein", erklärt Koptik.
Neue Weiterbildung für ganzheitliche Qualifikation
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, hat die Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart die Weiterbildung "SHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnik" entwickelt. Dieser Kurs, der ab Oktober 2025 startet, vermittelt umfassendes Fachwissen zu modernen Gebäudesystemen und energetischer Sanierung.
Bisher erfolgte die Weiterbildung über Herstellerkurse oder Kooperationen zwischen verschiedenen Gewerken. Nun gibt es erstmals ein strukturiertes Angebot für SHK-Fachkräfte. "Das Elektrohandwerk bietet bereits eine ähnliche Weiterbildung an. Um die Energie- und Wärmewende zu meistern, brauchen wir mehr Fachkräfte, die berufsübergreifend denken", so Koptik.
Was bedeutet das für Kundinnen und Kunden?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich vor allem eines: Die Planung und Umsetzung von Energieprojekten erfordert mehr Fachwissen und Vorarbeit. „Betriebe berechnen mittlerweile oft die Angebotserstellung, da die Komplexität gestiegen ist und zahlreiche Daten erhoben werden müssen", erklärt Koptik. Sein Tipp: "Holen Sie maximal drei Angebote ein und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl – der persönliche Eindruck zählt."
Mit neuen Qualifizierungen und einer verstärkten Zusammenarbeit innerhalb des Handwerks ist die Branche gut gerüstet, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.
Weitere Informationen zur Weiterbildung "SHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnik" sind bei der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart erhältlich.
Bildnachweis: hwk stuttgart

