Stuttgart feiert CSD 2026: Vielfalt und Zusammenhalt prägen das Pride-Wochenende
Mit einem so umfangreichen Programm wie nie zuvor feierte Stuttgart am Wochenende den Christopher Street Day. Erstmals erstreckte sich die traditionelle CSD-Hocketse über drei Tage und verwandelte Markt- und Schillerplatz in einen Treffpunkt für Begegnung, Kultur und politischen Austausch. Höhepunkt der Stuttgart PRIDE war die große Demonstration durch die Innenstadt, an der sich knapp 160 Gruppen beteiligten.

Unter dem diesjährigen Motto „Ohne uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark.“ zogen tausende Menschen aus der LGBTQIA+-Community gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern durch die Landeshauptstadt. Entlang der Strecke verfolgten zehntausende Besucherinnen und Besucher den farbenfrohen Demonstrationszug, der erneut ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Vielfalt setzte.
Zu den teilnehmenden Formationen gehörten zahlreiche Vereine, Initiativen, Parteien, Hochschulen und Unternehmen aus der Region. Auch große Arbeitgeber wie Mercedes-Benz, Daimler Truck, Robert Bosch, HUGO BOSS oder die Universität Stuttgart beteiligten sich mit eigenen Gruppen und bekannten sich öffentlich zu Offenheit und Diversität. Auf einem Truck von Outletcity Metzingen x Stuttgart PRIDE war zudem Moderator und Entertainer Riccardo Simonetti dabei.

Den Abschluss der Demonstration bildete die Kundgebung auf dem Schlossplatz. Dort standen neben politischen Forderungen auch gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Bedeutung einer offenen Demokratie im Mittelpunkt. Schirmperson Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, setzte mit ihrer Teilnahme ein Zeichen der Solidarität zwischen Kultur und queerer Community. Ergänzt wurde das Programm durch Redebeiträge aus der Community sowie eine Übersetzung in Gebärdensprache.
Überschattet wurde das Wochenende von den jüngsten Ereignissen in Berlin. Die Veranstalter entschieden sich nach enger Abstimmung mit Polizei, Sicherheitsbehörden und der Landeshauptstadt Stuttgart dennoch, das Programm wie geplant fortzuführen. Nach Angaben der Polizei bestand für Stuttgart keine veränderte Gefährdungslage. Die ohnehin umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen blieben bestehen, zusätzlich wurde die Polizeipräsenz in der Innenstadt sichtbar erhöht. Zufahrtssperren und ein umfassendes Sicherheitskonzept sorgten dafür, dass Markt- und Schillerplatz besonders geschützt waren.

Auch das Awareness-Team wurde verstärkt auf die besondere Situation vorbereitet. Besucherinnen und Besucher konnten sich jederzeit an die Ansprechpersonen wenden, wenn sie Unterstützung benötigten oder sich unsicher fühlten. Gleichzeitig schufen die Veranstalter Raum für gemeinsames Gedenken an die Opfer der Gewalttat in Berlin und machten deutlich, dass Hass und Gewalt queere Menschen nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängen dürfen.
Mit der erstmals dreitägigen Hocketse, der großen Demonstration und einem vielfältigen Bühnenprogramm entwickelte sich die Stuttgart PRIDE 2026 zu einem der größten Zeichen für Vielfalt, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Baden-Württemberg.
Fotocredits: Andreas Engelhard

