Die Theaterhaus Schauspielproduktion „Ich werde nicht hassen“
Zehn Jahre nach der Uraufführung: Aktueller denn je
Am 17. Oktober 2014 hatte die Theaterhaus Schauspielproduktion „Ich werde nicht hassen“ Uraufführung am Theaterhaus in Stuttgart. Jetzt, zehn Jahre später, scheint das seit November 2023 wieder regelmäßig gespielt Stück aktueller denn je.
„Es ist an der Zeit, dass wir uns hinsetzen und endlich miteinander reden“ lautet einer der Schlüsselsätze in dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Gaza Konflikt.
„Ich werde nicht hassen“, sagt der palästinensische Arzt Izzeldin Abuelaish und Autor. Er erlangte traurige Berühmtheit, nachdem drei seiner Töchter und seine Nichte 2009 durch einen israelischen Angriff in Gaza ums Leben kamen. 2011 schrieb er seine Autobiographie "I shall not hate". Darin erzählt er vom Alltag in Gaza, vom Warten an den israelischen Checkpoints, vom Familienleben zwischen Hoffnung und Verzweiflung und schließlich von dem tödlichen Angriff auf sein Haus.
„Am 16. Januar 2009 um 16:45 Uhr wurden israelische Panzergranaten in das Schlafzimmer meiner Töchter gefeuert“, berichtet der palästinensische Gynäkologe. „Bessan, Aya und Mayar waren sofort tot, mit ihnen ihre Cousine Noor. Weil das israelische Militär Journalisten den Zugang nach Gaza verboten hatte, gab ich einem israelischen Fernsehreporter jeden Tag ein Telefoninterview. Minuten nach dem Angriff rief ich ihn beim Sender an; er übertrug unser Telefonat in die Sendung. Die Nachricht ging blitzschnell um die Welt."
Silvia Armbruster und Ernst Konarek haben sich dieser Autobiographie angenommen und eine Monologfassung für die Bühne geschrieben. „Ich werde nicht hassen“ kam am 17.10.2014 im Theaterhaus in Anwesenheit des Autors zur Uraufführung; Izzeldin Abuelaish wird verkörpert vom iranischen Schauspieler Mohammad-Ali Behboudi.
Izzeldin Abuelaish kämpft noch immer unermüdlich für Verständigung und Versöhnung mit Israel: „Hass macht blind und führt zu irrationalem Denken und Verhalten. Frieden ist Menschlichkeit. Frieden bedeutet Respekt. Frieden ist ein offener Dialog. Heute notwendiger denn je.“ Vor dem Hintergrund des Kriegs im Gazastreifen scheint seine Stimme womöglich wichtiger denn je.
Bei den 5. Hamburger Privattheatertagen 2015 erhielt die Inszenierung von Ernst Konarek den Monica-Bleibtreu-Preis in der Kategorie „Bestes zeitgenössisches Drama“.
2010, 2011 und 2013 war Izzeldin Abuelaish für den Friedensnobelpreis nominiert.
Bildnachweis: © Regina Brocke

