„Der Goldene Bulle“ begeistert Stuttgart mit Comedy, Musik und starken Künstlern
Kleinkunst, Comedy, Musik und ein Publikum, das selbst über den Ausgang entscheidet: Der „Goldene Bulle“ sorgte am Montagabend in der CUPRA Garage Stuttgart für einen unterhaltsamen Abend mit zwei ganz unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten. Katalyn Hühnerfeld und Fabian Lampert stellten sich dem künstlerischen Duell und kämpften um wichtige Punkte auf dem Weg ins große Finale.
Katalyn Hühnerfeld: Vielseitig, wandelbar und gesellschaftskritisch
Katalyn Hühnerfeld erwies sich auf der Bühne als echtes Multitalent. Mit beeindruckender Wandlungsfähigkeit schlüpfte sie innerhalb ihres Auftritts in zahlreiche unterschiedliche Rollen und verkörperte dabei verschiedenste Menschen und sogar Tiere. Gleichzeitig verband sie Schauspiel, Gesang und musikalische Elemente zu einer abwechslungsreichen Performance.

Hinter der unterhaltsamen Inszenierung steckte dabei eine klare gesellschaftskritische Botschaft. Hühnerfeld nahm die zunehmende Digitalisierung des Alltags und den Drang nach Effizienz um jeden Preis unter die Lupe – und zeigte auf humorvolle, zugleich nachdenkliche Weise, wohin diese Entwicklung führen kann.
Ihre Performance kam beim Publikum hervorragend an. Die enorme Wandlungsfähigkeit, das sichere Timing und die sichtbare Bühnenerfahrung machten ihren Auftritt zu einem der Höhepunkte des Abends. Hühnerfeld bewies eindrucksvoll, wie sich Comedy, Schauspiel, Musik und gesellschaftliche Beobachtung miteinander verbinden lassen.
Fabian Lampert: Comedy mit ungewöhnlicher Schule
Auch Fabian Lampert brachte seine ganz eigene Geschichte und seinen persönlichen Humor mit auf die Bühne. Als selbsternannter Allergiker und Vorsichts-Fanatiker habe ihn das Leben schon früh auf besondere Herausforderungen vorbereitet. Seine Ausbildung zum Entertainer absolvierte er allerdings nicht an einer klassischen Comedy-Schule, sondern ausgerechnet hinter der Kasse bei ALDI.

Diese ungewöhnliche Erfahrung wurde zum Teil seiner Comedy-Identität. Lampert verbindet Alltagserlebnisse mit pointiertem Humor und nimmt dabei auch das Genre selbst aufs Korn. Heute geht es bei ihm weniger ums Kassieren als darum, schlechte Gags auszusortieren und mit den guten beim Publikum zu punkten.
Dass er dabei einiges richtig macht, zeigt auch eine aktuelle Auszeichnung: In diesem Jahr erhielt Lampert den Nachwuchspreis „Hot Shot“ beim Quatsch Comedy Club in Berlin. Mit diesem Rückenwind stellte er sich in Stuttgart dem direkten Duell mit Katalyn Hühnerfeld.
Das Publikum hat das letzte Wort
Das besondere Konzept des „Der Goldene Bulle“ lebt von der unmittelbaren Beteiligung der Zuschauer. Die Künstler treten in einem direkten Duell gegeneinander an, während das Publikum die Möglichkeit erhält, ihre Leistungen in verschiedenen Kategorien zu bewerten.
Damit entscheidet nicht allein eine Jury über den weiteren Weg der Künstler. Die Besucher im Saal bestimmen mit, wer sich für das große Finale im Dezember qualifiziert. Dort werden der Goldene, Silberne und Bronzene Bulle vergeben. Zusätzlich gibt es den Förder-Bullen und den Inklusions-Bullen als weitere besondere Auszeichnungen.
Christoph Sonntag und die „Golden Legends“
Durch den Abend führte Christoph Sonntag, der mit seiner souveränen Moderation und seinem schwäbischen Humor für den passenden Rahmen sorgte.
Für die musikalischen Momente waren die „Golden Legends“ verantwortlich. Berti Kiolbassa und Cherry Gehring sorgten mit ihrer Live-Musik für zusätzliche Energie und Abwechslung. Cherry Gehring ist dem Publikum unter anderem durch seine langjährige Verbindung zur erfolgreichen Band PUR bekannt.

Die Kombination aus Kleinkunst-Wettbewerb, Comedy, Musik und Publikumsbeteiligung machte den Abend in der CUPRA Garage zu einem besonderen Erlebnis. Vor allem die unterschiedlichen Stilrichtungen von Katalyn Hühnerfeld und Fabian Lampert zeigten, wie vielfältig moderne Kleinkunst sein kann.
Der „Goldene Bulle“ hat damit auch in Stuttgart bewiesen, dass ein Kleinkunstwettbewerb weit mehr sein kann als ein klassischer Bühnenabend: Das Publikum wird zum Teil der Veranstaltung, Künstler können ihre Vielseitigkeit zeigen und am Ende entscheidet der Saal mit, wer dem großen Finale im Dezember einen Schritt näherkommt.
Text: Ralf Alten
Fotocredits: Ralf Alten

