23. September 2026 / Veranstaltungen

Auf zum Wasen! 179. Cannstatter Volksfest startet

Rückgriff auf die Historie * Fest zwischen Zuversicht und Hoffnung * Die Maß Bier wird wieder teurer

Veröffentlicht am 23. September 2026 um 09:22 Uhr

Stuttgart leuchtet

 

Das weltweit zweitgrößte Volksfest geht bereits in seine 179.Auflage. Vom 25.September bis zum 11.Oktober dreht sich auf dem Cannstatter Wasen wieder alles um die Fruchtsäule, dem Wahrzeichen des Cannstatter Volkfests. Über 4 Mio. Besucher werden wieder erwartet. Parallel findet vom 27.September bis 4.Oktober das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Am Freitag, Schlag 16 Uhr,  wird Stuttgarts OB Frank Nopper das Cannstatter Volksfest in "Wilhelmer's  SchwabenWelt" mit mit dem Anstich des ersten Bierfasses  feierlich eröffnen. Sonntag der historische Volksfestumzug vom Cannstatter Kursaal durch Bad Cannstatt auf den Wasen. Verschiedene Veranstaltungen wie der Jägertag im Albdorf (2.Oktober) oder der Gründerwasen (7.Oktober) runden das Angebot ab. Zum Abschluss findet am 11.Oktober das große Musikfeuerwerk statt.

 

Den ersten Startschuss für das Cannstatter Volksfest gaben König Wilhelm I. und Königin Katharina am 28.September 1818 mit einem eintägigen Erntedankfest. Das württembergische Herrscherpaar wollte in dunkler Zeit wieder ein Zeichen der Hoffnung ins Leben rufen. Die Jahre von 1810 bis 1820 gingen klimatisch als die kühlsten der kleinen Eiszeit in Europa ein, die Mitte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging. Württemberg litt zu dieser Zeit nicht nur unter den Folgen der imperialistischen Kriege Napoleons, die Jahre dieses Jahrzehnts  waren auch durch schwere Mißernten geprägt. Den Höhepunkt der Klimakatastrophe bildete das Jahr 1816, das als Jahr ohne Sommer in die Geschichte einging. Selbst im Hochsommer gab es im Land noch Frost, von Ernte konnte keine Rede mehr sein. Vagabundierende Menschenmassen zogen vom Hunger getrieben übers Land, viele wanderten aus. Das Land in einer schweren Krise.

   

Hoffnung in schwierigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen  Zeitläuften zu vermitteln, steht für Guido von Vacano, dem neuen Geschäftsführer von Veranstalter In. Stuttgart, auch in diesem Jahr wieder im Zentrum des Volksfestes. Vacano: "Das Cannstatter Volksfest ist das größte Fest in Baden-Württemberg und steht seit über 200 Jahren für weit mehr als Unterhaltung. Es geht auf die Initiative von König Wilhelm I und seiner Frau Katharina zurück, selbst in schwierigen Zeiten auf Fortschritt und neue Ideen zu setzen. Diesen Gedanken tragen wir bis heute weiter, indem wir die Tradition bewahren und das Volksfest zugleich verantwortungsvoll weiter entwickeln."

Aus einem Tag des "Landwirthschaftlichen Fest zu Kannstadt" sind zwischenzeitlich 17 Tage geworden. Ein Volksfest mit Fahrgeschäften, Buden, Gastronomie und den acht großen Festzelten, die natürlich wieder im Fokus stehen. Und im Zentrum des Interesses beim Volksfest natürlich, wie immer: Der Preis für die Maß Bier. Wie's aussieht wird die kritische Marke von 16 Euro für die Maß (noch) nicht überschritten. So kostet der Literkrug bei Hofbräu 15,50 Euro - 70 Cent mehr als beim Frühlingsfest. Die Maß Wulle kostet 15,40 Euro, beim Frühlingsfest waren es noch 14,60 Euro. Im Fürstenbergzelt kostet die Maß nur 14,80 Euro. Günstiger wird es von Montag bis Freitag (12 bis 15 Uhr). Da kann der Maßpreis schonmal auf knapp unter 10 Euro rutschen. Die Wirte argumentieren, dass Rohstoffe und Personalkosten teurer geworden sind, auch  eine Pachterhöhung, wie beim Frühlingsfest, schlägt zu Buche.

Aber der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Gerstensaft allein, zumal zuviel Alkohol auch seine Kehrseite hat. Jubel, Trubel, Heiterkeit findet man bei vielen anderen Attraktionen. Acht neue Fahrgeschäfte unter den 240 Betrieben sorgen für noch mehr Nervenkitzel und neue Perspektiven der Besucher. So beim Riesenrad "City Star", "Swing Up", die "Wilde Maus XXL" (Achterbahn), die Geisterbahn "Diablos Residenz", die Rundfahrgeschäfte "Ghost Rider", und "Kanurah", das Laufgeschäft "Flower Power". Abseits der Fahrgeschäfte wurde das Angebot durch einen neuen Pizza-Imbiss und neue Krämermarkt-Stände, wie eine Manufaktur für Liköre, erweitert. Das Albdorf mit seinen regionalen Speisen ist dieses Jahr Teil des Landwirtschaftlichen Hauptfests.

Last not Least: Die Sicherheit. Dafür sorgen Polizei, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Ordnungsdienste, die Wasenboje als Safer Space vor dem Gebäude der In.Stuttgart, die Mädchen und Frauen, die Unterstützung benötigen eine Anlaufstelle bietet. Die SafeNow-App, die bereits von über 1,6 Mio. Nutzern weltweit verwendet wird, wird erstmals in allen Festzelten zur Verfügung stehen. Per Klick kann Alarm an das lokale Sicherheitspersonal ausgelöst werden.

 

Zum guten Schluss:

Die Anreise auf den Cannstatter Wasen sollte unbedingt mit öffentlichen Verkehrsmitteln - Stadtbahnlinie U 11 - erfolgen. Aufgrund des Landwirtschaftlichen Hauptfests stehen auf dem Wasen und im Neckarpark keine Parkplätze zur Verfügung, ausgenommen ein Stellplatzangebot für Menschen mit Behinderung.

Weitere Infos:

Text Klaus Henrich

Die Macher des Cannstatter Volksfestes

In.Stuttgart-Boss Guido von Vacano vor der neuen Fruchtsäule 

Fotocredit:  Klaus Henrich 

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