Blues, Rock und Gitarrenmagie unter freiem Himmel
Stuttgart zeigte sich am 10. Juli von seiner besten Seite: ein lauer Sommerabend, der majestätische Schlossplatz in goldenes Licht getaucht – und auf der Bühne ein Line-up, das tief in den Süden der USA entführte. Die Jazz Open 2025 boten an diesem Abend eine mitreißende Reise durch Südstaaten-Rock und Blues – intensiv, virtuos und emotional aufgeladen.
Auftakt mit Tankus – pure Energie zum Start
Den Beginn machte die Band Tankus – und legte los wie ein Gewitter. Die Formation brachte eine wuchtige Mischung aus Rock, Blues, Funk und einer ordentlichen Portion Eigenwilligkeit auf die Bühne. Laut, roh und energiegeladen – genau das, was ein Opening-Act braucht, um das Publikum abzuholen. Ihre Spielfreude war ansteckend, der Sound unverwechselbar, die Band ein echtes Erlebnis. Ein absoluter Wachmacher und mehr als nur ein Appetizer für den weiteren Abend.

Kenny Wayne Shepherd Band & Bobby Rush – Blues der Extraklasse
Im Anschluss wurde es erdiger, grooviger – mit einem Set, das Bluesherzen höher schlagen ließ. Kenny Wayne Shepherd, bekannt für seine kraftvollen, melodischen Gitarrenlinien, betrat mit seiner Band die Bühne – unterstützt vom legendären Bobby Rush, der mit über 80 Jahren nicht nur eine lebende Legende ist, sondern auch eine absolute Rampensau. Die Kombination aus Shepherds modernem Bluesrock und Rushs traditionellem, soulgetränkten Stil war elektrisierend. Die beiden ergänzten sich perfekt – ein Dialog zwischen Generationen und Stilen, der zeigte, wie lebendig und relevant Blues heute noch ist.

Joe Bonamassa – der Gitarrenvirtuose mit Stil
Das große Finale gehörte Joe Bonamassa, dem Mann, der mühelos zwischen Vintage und Moderne wandelt. Sein Auftritt war – wie gewohnt – makellos, mit perfektem Sound und einem feinen Gespür für Dynamik. Ob sanfte Bluesballade oder donnerndes Solo: Bonamassa spielte nicht einfach – er erzählte Geschichten mit seiner Gitarre. Und als zum krönenden Abschluss seine berühmte Zigarre glimmte und er in ein episches Solo überging, war klar: Hier steht einer der ganz Großen. Ein Moment, der Gänsehaut garantierte – und der bewies, warum er für viele Gitarrenfans auf der ganzen Welt als Maßstab gilt.

Fazit:
Der Abend auf dem Schlossplatz war ein Fest für Liebhaber handgemachter Musik – leidenschaftlich, laut und voller Seele. Tankus, Kenny Wayne Shepherd & Bobby Rush und Joe Bonamassa sorgten für ein Line-up, das an Intensität kaum zu überbieten war. Wer dabei war, weiß: Das war kein gewöhnliches Konzert – das war ein Erlebnis. Ein Muss für alle, die den Blues nicht nur hören, sondern fühlen wollen.
Bildnachweis Ralf Alten Stuttgart Inside

