Wittwer-Bau: Wettbewerb nimmt Zukunft der Königstraße in den Blick
Was passiert mit dem markanten Wittwer-Bau mitten in der Stuttgarter Innenstadt? Ein neuer Wettbewerb soll Antworten liefern. Neun Planungsteams sind dabei und sollen unterschiedliche Perspektiven für das Gebäude und sein Umfeld entwickeln.
Der Blick richtet sich auf einen der prominentesten Standorte Stuttgarts: den Wittwer-Bau an der Königstraße 30/32. Für die künftige Entwicklung des Gebäudes und der angrenzenden Bereiche ist jetzt ein Realisierungswettbewerb gestartet. Neun Teams aus Architektur und Landschaftsplanung wurden dafür ausgewählt. Zwei davon kommen aus Stuttgart.
Mit den Ergebnissen soll eine Grundlage für die weiteren Planungen geschaffen werden. Das Preisgericht wird voraussichtlich im März 2027 über die eingereichten Konzepte beraten.
Ein Standort mit besonderer Bedeutung
Der Wittwer-Bau liegt mitten im Herzen der Innenstadt und bildet eine wichtige Verbindung zwischen Königstraße, Schlossplatz, Kunstmuseum und Kleinem Schlossplatz. Das Gebäude entstand während des Stadtumbaus in den 1960er-Jahren und ist seit Jahrzehnten fest mit dem Erscheinungsbild der Innenstadt verbunden.
Über lange Zeit war der Bau vor allem als Standort des traditionsreichen Buchhandelsunternehmens Wittwer bekannt. Nun steht die Frage im Mittelpunkt, wie das Gebäude künftig genutzt und städtebaulich weiterentwickelt werden kann.
Nicht nur das Gebäude steht auf dem Prüfstand
Die Wettbewerbsteilnehmer sollen den gesamten Standort betrachten. Neben architektonischen Lösungen geht es deshalb auch um die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Verbindung zu den umliegenden Plätzen und Straßen.
Besonders im Fokus steht der Bereich zwischen dem Kunstmuseum, der Königstraße und dem Kleinen Schlossplatz. Auch die Höhenunterschiede des Areals sowie Fragen der Erschließung müssen in den Konzepten berücksichtigt werden.
Für die Planer gibt es dabei keine vorgegebene Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau. Sowohl ein Erhalt des bestehenden Gebäudes als auch ein teilweiser Rückbau, eine Umgestaltung oder ein Neubau können Teil eines überzeugenden Entwurfs sein.
Diskussion um die Zukunft läuft bereits seit 2025
Die aktuellen Planungen knüpfen an eine Diskussion an, die bereits seit einiger Zeit geführt wird. Im Oktober 2025 hatte der Bauherr erste Vorstellungen zur möglichen Neustrukturierung und Sanierung des Wittwer-Baus im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik präsentiert.
Seitdem wurde der Standort auch öffentlich diskutiert. Veranstaltungen beschäftigten sich mit den Perspektiven für das Gebäude und sein Umfeld. Die Architektenkammer griff das Thema ebenfalls auf. Im Juli 2026 setzte sich zudem der Städtebaubeirat mit den Planungen auseinander.
Nun soll der Wettbewerb verschiedene Ansätze zusammenbringen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Zukunft des Wittwer-Baus, sondern auch die Frage, wie sich dieser zentrale Bereich der Stuttgarter Innenstadt insgesamt weiterentwickeln lässt.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im März 2027 erwartet.
Text: M.C. Alten-Siegl
Fotocredits: Max Kovalenko

