Hightech trifft Stadtpolitik: Stuttgarter Wirtschaftsausschuss taucht in Welt der KI und Robotik ein
Einblicke in Zukunftstechnologien, beeindruckende Robotik-Demonstrationen und ein humanoider Sommelier – der Besuch des Wirtschaftsausschusses der Landeshauptstadt Stuttgart am 25. Juli in Vaihingen zeigte eindrucksvoll, wie nah Wissenschaft und Stadtentwicklung heute beieinanderliegen.
Unter der Leitung von Bürgermeister Thomas Fuhrmann informierten sich die Ausschussmitglieder an drei renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik. Die Tour bot nicht nur faszinierende Einblicke in die Grundlagenforschung, sondern auch in konkrete industrielle Anwendungen und gesellschaftliche Perspektiven.
Start im Herzen der Forschung: Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme
Erste Station war das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS), das zugleich das Stuttgarter Zentrum des Cyber Valley bildet – Europas bedeutendstes Netzwerk für KI und Robotik. Dort stand vor allem die ethisch reflektierte Weiterentwicklung intelligenter Systeme im Fokus. In den Hightech-Laboren wurden neuartige Technologien wie künstliche Muskeln aus Pflanzenöl (HASEL) und taktile Interfaces präsentiert. Diese könnten in Zukunft die Interaktion mit virtuellen Objekten revolutionieren – über Hautdruck, Frequenzvibrationen oder neuartige Wearables.
Von der Forschung in die Praxis: KI-Fortschrittszentrum bei Fraunhofer
Die zweite Station setzte den Fokus auf den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft. Das KI-Fortschrittszentrum von Fraunhofer, gemeinsam mit der Universität Stuttgart betrieben und vom Wirtschaftsministerium gefördert, treibt die Anwendung von KI-Technologien in Unternehmen aller Größen voran. Gezeigt wurden unter anderem ein autonomer Roboter, der Reitböden pflegt, sowie ein lernfähiges Verpackungssystem, das 3D-Objekte ohne Vorwissen handhabt – Beispiele für den direkten Nutzen von Forschung im Alltag und in der Industrie.
Mensch-Maschine-Dialog auf neuem Niveau: Hochschule der Medien
Abgerundet wurde die Tour mit einem Besuch an der Hochschule der Medien (HdM), wo im „Humanoid Lab“ erforscht wird, wie Roboter menschliche Kommunikation möglichst natürlich meistern. Hier trafen die Teilnehmenden auf Roboterköpfe, die mit KI-gestützter Sprache interagieren, und auf den Androiden Andrea – inklusive einer ungewöhnlichen, von Robotern begleiteten Weinverkostung. Die Idee: Mensch-Roboter-Kommunikation im realen Kontext erlebbar machen.
Organisiert wurde die Besichtigung vom städtischen Bereich Wissenschaft und Hochschulen. Das Fazit des Tages: Stuttgart ist nicht nur Wirtschaftsstandort, sondern auch ein Hotspot für technologische Zukunftsthemen – mit enger Verbindung zwischen Forschung, Anwendung und städtischer Entwicklung.
Fotocredit: Julian Rettig; Rechte: LHS.

