Experten empfehlen Fortführung der Stuttgarter Carsharing-Strategie
Unabhängige Evaluation bestätigt positive Wirkung der Parkgebührenbefreiung – Stadt will Rahmenbedingungen weiterentwickeln
Carsharing bleibt ein wichtiger Baustein der Mobilitätsstrategie der Landeshauptstadt Stuttgart. Eine unabhängige Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass die Befreiung von Parkgebühren den Ausbau des Carsharing-Angebots unterstützt hat. Die Experten empfehlen deshalb, die Regelung für elektrisch betriebene Carsharing-Fahrzeuge fortzuführen und die Gebührenstruktur künftig stärker zu vereinheitlichen.
Seit Anfang 2023 sind Carsharing-Fahrzeuge im öffentlichen Raum unabhängig von ihrer Antriebsart von Parkgebühren befreit. Ziel der Maßnahme war es, attraktive Bedingungen für Anbieter zu schaffen und den Ausbau der Fahrzeugflotten in Stuttgart zu fördern. Die Regelung gilt sowohl für stationsbasierte Angebote als auch für sogenannte Free-Floating-Systeme, bei denen Fahrzeuge flexibel im Stadtgebiet abgestellt werden können.
Evaluation zeigt: Förderung unterstützt Wachstum
Das Institut Schreier untersuchte im Auftrag der Stadt, welche Auswirkungen die Parkgebührenbefreiung auf Angebot und Nutzung des Carsharings hatte. Dabei wurden verschiedene Szenarien entwickelt, wie die Stadt die Entwicklung des Marktes künftig begleiten und unterstützen kann.
Ein zentrales Ergebnis: Die Gebührenstrukturen für unterschiedliche Carsharing-Angebote sollten stärker aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist eine einheitliche und langfristig tragfähige Regelung, die für Anbieter kalkulierbare Bedingungen schafft.
„Die Ergebnisse der Evaluation sind eine wichtige Grundlage für die Entscheidung, wie die Förderung künftig ausgestaltet werden soll“, erklärt Michael Hagel, Leiter der Abteilung Mobilität im Grundsatzreferat Klimaschutz, Mobilität und Wohnen.
Fokus auf elektrische Carsharing-Flotten
Besonders die Fortführung der Gebührenbefreiung für elektrisch betriebene Carsharing-Fahrzeuge wird von den Experten empfohlen. Höhere Kosten könnten nach Einschätzung der Evaluation dazu führen, dass Anbieter ihre Flotten reduzieren oder sich aus Stuttgart zurückziehen.
Die Stadt sieht darin eine wichtige Unterstützung für die weitere Entwicklung nachhaltiger Mobilitätsangebote. Nicolas Leyva, Carsharing-Koordinator der Landeshauptstadt Stuttgart, betont, dass die Gebühren so gestaltet werden sollen, dass sie für die Stadt möglichst aufkommensneutral bleiben und gleichzeitig den weiteren Ausbau des Carsharings fördern.
Carsharing seit über 30 Jahren Teil der Stuttgarter Mobilität
Carsharing gehört in Stuttgart seit mehr als drei Jahrzehnten zum Mobilitätsangebot. Die Stadt verfolgt das Ziel, in allen Stadtbezirken ein flächendeckendes und gut zugängliches Angebot aufzubauen.
Geteilte Fahrzeuge können dazu beitragen, den Bedarf an privaten Autos zu reduzieren, den öffentlichen Raum zu entlasten und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung stehen eine bessere Erreichbarkeit der Angebote sowie der Ausbau moderner, zunehmend elektrischer Fahrzeugflotten.
Fotocredits: Sybolbild Igor Barilo/Getty Images

