Platz der Kinderrechte mitten in Stuttgart eröffnet
Zum Weltkindertag hat die Landeshauptstadt den neu gestalteten Platz der Kinderrechte am Kronprinzplatz offiziell eingeweiht. Der neue Ort verbindet Information, Spiel und Bewegung und soll Kinderrechte mitten in der Innenstadt sichtbar machen.
Anlässlich des Weltkindertags ist am Sonntag, 20. September, der neue „Platz der Kinderrechte“ am Kronprinzplatz eröffnet worden. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper gab den Platz gemeinsam mit Kindern und Mitgliedern des Jugendrats offiziell frei.
Der neue Platz soll nicht nur über die Rechte von Kindern und Jugendlichen informieren, sondern gleichzeitig ein Ort zum Spielen, Bewegen und Verweilen sein.
„Kinderrechte gehören mitten ins Leben. Und deshalb gehören sie auch mitten in unsere Stadt“, sagte Nopper bei der Eröffnung. Kinder hätten neben ihren Pflichten auch zahlreiche eigene Rechte – etwa das Recht auf Spiel, Bildung sowie ein gesundes und sicheres Aufwachsen. Ebenso wichtig sei es, dass Erwachsene Kindern zuhören und ihre Meinung ernst nehmen.

Nach Angaben der Stadt gibt es bundesweit bislang 71 Plätze der Kinderrechte. Stuttgart ist damit der 72. Standort dieser Art.
Kinder und Jugendliche waren an der Gestaltung beteiligt
Die Ideen für den neuen Platz entstanden unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Bereits im September 2024 wurden bei einem Workshop Wünsche und Vorschläge gesammelt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Bewegungsmöglichkeiten, verständliche Informationen zu Kinderrechten und ein eigenes Hinweisschild.
Auch im August 2026 beteiligten sich Kinder des inklusiven Horts am Betty-Hirsch-Schulzentrum. Ihre Ideen für bunte Bodenmarkierungen wurden in die Gestaltung aufgenommen. Die Markierungen verbinden die verschiedenen Bereiche des Platzes und laden unter anderem zum Balancieren und Hüpfen ein.
Für die Gestaltung war das Stuttgarter Studio Vierkant verantwortlich. Die bespielbaren Exponate stammen von der Mätsch GmbH.
Auf dem Platz finden sich unter anderem ein großflächiges Wimmelbild zu den Kinderrechten in Stuttgart, eine Mitmachsäule und verschiedene thematische Skulpturen. Bereits vorhandene Elemente wie Pflanzkübel und Basaltblöcke wurden in die neue Gestaltung integriert. Würfel rund um das Trampolin stehen beispielsweise symbolisch für das Recht auf Gleichbehandlung.
Idee entstand bereits 2023
Die Initiative für die Benennung des Platzes ging im Mai 2023 vom Jugendrat Mitte, Terre des Hommes Stuttgart und dem Kinderschutzbund Stuttgart aus. Der Bezirksbeirat Mitte griff die Idee anschließend auf.
Im Juli 2024 beschloss der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats die offizielle Umbenennung. Die Landeshauptstadt trägt seit 2020 das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.
An der Planung und Umsetzung waren zahlreiche städtische Stellen beteiligt, darunter das Kinderbüro, das Stadtplanungsamt, das Tiefbauamt, das Amt für öffentliche Ordnung, das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, das Amt für Sport und Bewegung sowie das Jugendamt. Zwischen dem Grundsatzbeschluss und der Fertigstellung lagen gut zwei Jahre.
Einweihungsfest mit Vereinen und Einrichtungen
Auch das Eröffnungsfest stellte verschiedene Kinderrechte in den Mittelpunkt. Das Spielmobil „Mobifant“ stand für das Recht auf Spiel. Die Stadtwerke Stuttgart informierten mit ihrem Energiewendemobil über nachhaltige Energie und die Energiewende. Der Eigenbetrieb Märkte Stuttgart stellte frisches Obst bereit.
Beteiligt waren außerdem zahlreiche Organisationen und Vereine aus Stuttgart, darunter der Stadtjugendring, die element-i-Stiftung, die Kinderstiftung Stuttgart, die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, die Katholische Kirche Stuttgart und die junge vhs.
Auch migrantische Vereine beteiligten sich am Fest. Für einen kulturellen Akzent sorgte zudem ein offenes Klavier von Steinway & Sons. Das benachbarte Eiscafé MICA steuerte ein spezielles Kindereis bei.
Der neue Platz am Kronprinzplatz soll damit künftig nicht nur über Kinderrechte informieren, sondern diese im öffentlichen Raum erlebbar machen.
Text: M.C. Alten-Siegl
Fotocredits: Ferdinando Iannone, Rechte: Stadt Stuttgart

