Gemeinderat beschließt Millionen-Projekte für Dorotheenstraße und Theodor-Heuss-Straße
Trotz angespannter Haushaltslage: Stuttgart investiert rund 20,6 Millionen Euro in mehr Grün, Aufenthaltsqualität und neue Radinfrastruktur
Der Stuttgarter Gemeinderat hat die Umgestaltung der Dorotheenstraße an der Markthalle sowie den Ausbau der Radinfrastruktur in der Theodor-Heuss-Straße mehrheitlich beschlossen. Insgesamt sind Investitionen von rund 20,6 Millionen Euro vorgesehen. Das Land Baden-Württemberg soll die Projekte voraussichtlich mit rund 10 Millionen Euro fördern.
Gegen die Umsetzung hatte sich Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Stadt ausgesprochen.
Neue Aufenthaltsqualität an der Markthalle
Die Umgestaltung der Dorotheenstraße zwischen Schillerplatz und Karlsplatz ist mit Kosten von rund 7,45 Millionen Euro veranschlagt. Geplant sind mehr Grünflächen, neue Bäume und zusätzliche Bereiche zum Verweilen. Die Straße soll künftig verkehrsberuhigt als Tempo-20-Zone gestaltet werden.
Die Maßnahmen bedeuten jedoch auch den Wegfall nahezu aller 37 oberirdischen Parkplätze entlang der Straße. Stattdessen entstehen vor der Markthalle neue Ladezonen, Behindertenstellplätze sowie eine multifunktional nutzbare Fläche.
Im Bereich der Münzstraße sollen zudem feste Poller installiert werden, um bei Veranstaltungen die Sicherheit zu erhöhen.
Neue Radwege für die Theodor-Heuss-Straße
Für die Umgestaltung der Theodor-Heuss-Straße sind rund 13,17 Millionen Euro eingeplant. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Radinfrastruktur: Zwischen Langer Straße und Bolzstraße sollen auf beiden Straßenseiten baulich getrennte Radwege entstehen.
Zusätzlich wird die Fahrbahn erneuert, Bushaltestellen werden barrierefrei ausgebaut, eine weitere Fußgängerquerung geschaffen und der Straßenraum soll insgesamt attraktiver gestaltet werden.
Nopper warnt vor falschen Prioritäten
Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper hatte sich insbesondere mit Blick auf die Haushaltslage gegen beide Projekte ausgesprochen. Er verwies darauf, dass das Regierungspräsidium Stuttgart die Stadt aufgefordert habe, bereits beschlossene freiwillige Investitionen erneut zu überprüfen, sofern diese nicht zwingend notwendig seien.
Nach Ansicht des Oberbürgermeisters passen die Maßnahmen nicht zur aktuellen finanziellen Situation Stuttgarts. Vorrang müssten aus seiner Sicht dringend notwendige Investitionen in die Sanierung und Modernisierung von Schulen und Kindertagesstätten haben.
Mit dem Beschluss des Gemeinderats gehen die Projekte nun dennoch in die nächste Phase. Die Stadt setzt damit weiterhin auf eine Aufwertung der Innenstadt, mehr Aufenthaltsqualität und den Ausbau klimafreundlicher Mobilität.
Ralf Alten
Fotocredits: Stadt Stuttgart

