Der Stuttgarter Gemeinderat hat grünes Licht für den Bau des Stuttgart Moving Image Center (SMIC) gegeben. Mit 41 zu 14 Stimmen fiel am 29. Januar 2026 die Entscheidung für das bundesweit einmalige Film- und Medienhaus. Der Beginn der Hochbauarbeiten ist für März 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird derzeit für das Frühjahr 2029 geplant.
Mit dem SMIC entsteht in zentraler Lage eine neue Kultur- und Bildungseinrichtung, die sich der Bedeutung bewegter Bilder und digitaler Medien widmet. Das Haus soll als offene Plattform für Ausstellungen, Filmvorführungen, Produktion, Vermittlung und gesellschaftlichen Diskurs dienen. Geplant sind unter anderem Kinosäle, Studios, Labore sowie Lern- und Experimentierräume. Ziel ist es, Medienkompetenz zu fördern und den Standort Stuttgart als Zentrum der Film- und Kreativwirtschaft weiter zu stärken.
Die Stadt verbindet den Baubeschluss mit der Erwartung, die laufenden Betriebskosten deutlich zu senken, unter anderem durch Kooperationen mit dem Land Baden-Württemberg. Gleichzeitig sollen bei der Umsetzung alle Einsparpotenziale ausgeschöpft werden.
Städtebaulich soll das SMIC einen markanten Akzent zwischen Leonhardskirche und dem künftigen Mobilitäts-Hub setzen. Das Gebäude gilt als wichtiger Baustein für die Aufwertung der Leonhardsvorstadt und als Impuls für die Verlängerung der Kulturmeile. Öffentliche Nutzungen und Gastronomie sollen zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen und den Stadtraum beleben.
Der Entwurf stammt von Delugan Meissl Associated Architects aus Wien in Zusammenarbeit mit Wenzel + Wenzel aus Karlsruhe. Vorgesehen ist ein offenes, transparentes Gebäude mit Medienfassade, das Architektur und Szenografie eng verbindet. Das Projekt ist Teil der IBA’27 und soll bereits während der Bauphase neue Einblicke in zeitgemäßen Kulturbau ermöglichen.
Auch ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Ein Viertel der Gebäudehülle wird begrünt, Photovoltaikflächen sind auf Dach und Fassade eingeplant. Das energetische Konzept unterschreitet die gesetzlichen Anforderungen deutlich.
Die aktuellen Gesamtkosten werden auf rund 115 Millionen Euro brutto geschätzt, inklusive Risikoreserven und Baupreisprognosen. Bereits vergebene Leistungen belaufen sich auf etwa 15 Millionen Euro, von denen rund zehn Millionen Euro ausgezahlt sind. Eine erste Vergabetranche liegt nach Angaben der Stadt deutlich unter der ursprünglichen Kostenerwartung.
Mehr Informationen (Entwurfspläne, Baubeschreibung, Kostenermittlungsblatt,
Energetisches Datenblatt, Folgelasten) sind hier zu finden.
Fotocredits: DMAA

