Ehemaliger Kaufhof in der Eberhardstraße soll neuer Verwaltungsstandort der Stadt Stuttgart werden
Die Landeshauptstadt plant, das frühere Galeria-Kaufhof-Gebäude als modernes Verwaltungszentrum mit Bürgerdiensten, Kulturangeboten und öffentlichen Nutzungen zu entwickeln.
Der ehemalige Galeria-Kaufhof-Komplex an der Eberhardstraße/Steinstraße bekommt eine neue Perspektive: Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart hat beschlossen, die beiden städtischen Gebäude künftig im Wesentlichen für Zwecke der Stadtverwaltung zu nutzen. Geplant ist ein zentraler Verwaltungsstandort mit kurzen Wegen, mehr Bürgernähe und zusätzlichen öffentlichen Angeboten in der Innenstadt.
Im früheren Kaufhaus sowie im angrenzenden Parkhaus an der Steinstraße sollen vor allem Verwaltungsbereiche mit starkem Publikumsverkehr untergebracht werden. Nach ersten Untersuchungen könnten dort rund 580 bis 660 Arbeitsplätze entstehen. Ziel der Stadt ist es, verschiedene bislang über die Innenstadt verteilte Verwaltungsstandorte zusammenzuführen und zentrale Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.
Rathausumfeld soll Verwaltungszentrum werden
Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper sieht in der Entwicklung des Areals einen wichtigen Schritt für die Neuordnung der Stadtverwaltung rund um das Rathaus. Das Rathausumfeld solle künftig zu einem administrativen Zentrum mit kurzen Wegen werden.
Im Zuge der Neuordnung plant die Stadt, weitere Gebäude langfristig nicht mehr selbst zu nutzen. Dazu gehören der bisher vom Stadtplanungsamt genutzte Graf-Eberhard-Bau sowie das Gebäude Eberhardstraße 39, in dem aktuell das Amt für öffentliche Ordnung untergebracht ist. Nach dem Umzug der städtischen Nutzer könnten beide Gebäude verkauft und anschließend beispielsweise für Büro- oder Wohnnutzungen entwickelt werden.
Öffentliche und kulturelle Angebote bleiben möglich
Neben der Verwaltungsnutzung prüft die Stadt weiterhin öffentliche und kulturelle Angebote in den Erd- und Untergeschossen des ehemaligen Kaufhauses. Die bisherigen Planungen für ein Haus der Kulturen, eine Spielstätte für die Freie Tanz- und Theaterszene sowie Wohnungen im Gebäudekomplex werden in der bisherigen Form jedoch nicht weiterverfolgt.
Untersucht wird nun, welche Kulturangebote in die unteren Geschosse integriert werden können. Im Gespräch sind unter anderem das Haus der Kulturen, ein Haus des bürgerschaftlichen Engagements sowie gegebenenfalls ein Europahaus. Auch gastronomische Angebote sollen dazu beitragen, die Erdgeschossbereiche zu beleben und den Gebäudekomplex stärker mit der Innenstadt zu verbinden.
Erhalt statt Abriss: Nachhaltige Sanierung geplant
Die Stadt setzt bei der Entwicklung des Areals auf den Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur. Das vorhandene Tragwerk soll weiter genutzt und energetisch modernisiert werden. Dadurch können Ressourcen geschont und Treibhausgasemissionen gegenüber einem vollständigen Neubau reduziert werden.
Planung startet – Fertigstellung ab 2032 angestrebt
Mit dem Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Machbarkeitsstudien und Planungen vorzubereiten. Dafür stehen zunächst 500.000 Euro aus bereits eingeplanten Planungsmitteln zur Verfügung.
Eine erste Kostenschätzung für das Gesamtprojekt soll mit dem Vorprojektbeschluss Anfang 2027 vorgelegt werden. Ein Bau- und Vergabebeschluss ist frühestens für 2028 vorgesehen. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird derzeit für das Jahr 2032 angestrebt.
Mit der geplanten Umwandlung des ehemaligen Kaufhofs könnte mitten in der Stuttgarter Innenstadt ein neues Verwaltungs- und Begegnungszentrum entstehen, das moderne Arbeitsplätze mit Bürgernähe, Kultur und öffentlichen Angeboten verbindet.
Fotocredits: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart Archivbild

