Stuttgarter Immobilienmarkt bleibt stabil im Aufwärtstrend – Dynamik nimmt jedoch spürbar ab
Der Stuttgarter Immobilienmarkt zeigt sich im ersten Quartal 2026 weiterhin robust, verliert jedoch an Tempo. Trotz anhaltend hoher Finanzierungskosten, wirtschaftlicher Unsicherheiten und begrenzter Bautätigkeit bleibt die Nachfrage stabil. Die Zahl der Transaktionen steigt erneut leicht, während der Gesamtumsatz aufgrund rückläufiger hochpreisiger Verkäufe unter Druck gerät.
Die aktuelle Auswertung der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten in Stuttgart zeigt: Mit 1.235 Eigentumsübertragungen liegt das Marktgeschehen weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig sinkt der Geldumsatz auf 575 Millionen Euro und bleibt damit deutlich unter dem Mittel der vergangenen zehn Jahre.
Mehr Bewegung am Markt – weniger Volumen im Hochpreissegment
Die Zahl der Verkäufe stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent. Der Markt bleibt damit aktiv und liquide, getragen vor allem durch den Wohnimmobiliensektor. Gleichzeitig zeigt sich eine Verschiebung: Hochpreisige Transaktionen im Bereich Gewerbe, Büro und Einfamilienhäuser gingen spürbar zurück, was den Gesamtumsatz dämpft.
Wohnimmobilien als stabilisierender Faktor
Der Wohnungs- und Teileigentumsmarkt bleibt das tragende Segment der Stadt. Insgesamt wurden 902 Kaufverträge registriert – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über dem langjährigen Schnitt.
Auch beim Umsatz zeigt sich eine positive Entwicklung: 311 Millionen Euro entsprechen einem Zuwachs von 9,6 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich Neubauwohnungen sowie umgewandelte Bestandsobjekte, während der klassische Wiederverkaufsmarkt leicht nachgab.
Die Struktur des Segments verdeutlicht die Verschiebung innerhalb des Marktes: Während Bestandswohnungen weiterhin den größten Anteil ausmachen, gewinnen Neubauten und Umwandlungen zunehmend an Bedeutung.
Bebaute Grundstücke unter Druck
Im Segment der bebauten Grundstücke wurden 218 Verkäufe registriert, ein Rückgang von 6,8 Prozent. Deutlich stärker fällt die Entwicklung beim Geldumsatz aus, der um 20,6 Prozent auf 236 Millionen Euro sank.
Vor allem Einfamilienhäuser sowie Gewerbe- und Büroimmobilien sorgten für die Abschwächung. Die Zahl der Transaktionen in diesen Bereichen ging teils deutlich zurück, begleitet von spürbar sinkenden Umsätzen. Auch gemischt genutzte Immobilien zeigten eine rückläufige Entwicklung.
Unbebaute Grundstücke mit selektiver Erholung
Der Markt für unbebaute Grundstücke entwickelt sich uneinheitlich. Insgesamt stieg die Zahl der Verkäufe um 6,1 Prozent, während der Umsatz deutlich zulegte.
Im Bereich der Wohnbauplätze bleibt das Niveau jedoch niedrig, trotz leichter Erholung. Gewerbliche Bauplätze spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle im Marktgeschehen. Die landwirtschaftlichen Flächen zeigen sich stabil ohne größere Veränderungen.
Preisentwicklung: starke Unterschiede im Stadtgebiet
Die Preisentwicklung bleibt stark segment- und lageabhängig. Während Wohnbauland weiter unter Druck steht, zeigen andere Teilmärkte stabile bis leicht schwankende Werte.
Im Wohnungssegment bestehen weiterhin deutliche innerstädtische Unterschiede: Neubauwohnungen bewegen sich je nach Lage zwischen rund 5.900 und 10.500 Euro pro Quadratmeter. Spitzenwerte übersteigen in Einzelfällen 10.600 Euro pro Quadratmeter in Premiumlagen.
Bestandswohnungen reichen von etwa 3.360 Euro bis über 5.100 Euro pro Quadratmeter, mit einzelnen Spitzenwerten deutlich darüber. Die Spannweite unterstreicht die wachsende Differenzierung innerhalb des Stuttgarter Wohnmarkts.
Bodenrichtwerte leicht rückläufig
Im Jahresvergleich wurden die Bodenrichtwerte im Bereich des Wohn- und Geschosswohnungsbaus um rund fünf Prozent reduziert. Auch im gewerblichen Segment zeigen sich je nach Lage Anpassungen nach unten oder stabile Entwicklungen.
Die Anpassungen spiegeln die insgesamt vorsichtigere Marktbewertung wider, insbesondere im Entwicklungsbereich.
Einordnung
Der Stuttgarter Immobilienmarkt bleibt insgesamt stabil, zeigt jedoch eine klare Verschiebung: Während Wohnimmobilien den Markt tragen, verlieren hochpreisige Segmente an Dynamik. Die Entwicklung deutet auf eine Phase der Normalisierung nach den starken Vorjahren hin – mit selektivem Wachstum statt breiter Marktaufwertung.
Weiterführende Informationen
Der Bericht basiert auf der Kaufpreissammlung der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses veröffentlicht die Auswertung vierteljährlich im Rahmen der Marktinformationen.
Weitere Daten und Auswertungen sind abrufbar unter:
Gutachterausschuss Stuttgart
Die Bodenrichtwerte können online eingesehen werden unter:
Bodenrichtwerte Stuttgart GIS
Fotocredits: LHS Fabrice Weichelt

