Am 8. September findet der bundesweite Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ statt.
An diesem Tag öffnet auch die Heslach-Degerlocher Seilbahn der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ihre Tore für interessierte Besucher. Diese Standseilbahn, die 1929 in Betrieb genommen wurde, ist ein technisches Denkmal und ein interessantes Beispiel für den Wandel in der Architektur und Technik nach dem Ersten Weltkrieg.
Besucher haben an diesem Tag die seltene Gelegenheit, an einer Führung durch den Maschinenraum der Bergstation teilzunehmen. Der Betriebsleiter Rüdiger Walz wird in diesen Führungen erklären, wie es den Planern der SSB und den Konstrukteuren der Maschinenfabrik Esslingen 1929 gelang, durch technische Innovationen die Betriebskosten der Seilbahn deutlich zu senken. Außerdem wird er zeigen, wie die Seilbahn im Jahr 2004 modernisiert wurde, um sie auch im 21. Jahrhundert als zuverlässiges und beliebtes Verkehrsmittel nutzen zu können.
Die Führungen finden am Vor- und Nachmittag etwa alle 45 Minuten statt und dauern rund 30 Minuten. Aufgrund des begrenzten Platzes und der steilen Treppen ist festes Schuhwerk erforderlich, und die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung bei der SSB-Pressestelle möglich.
Die Heslacher Seilbahn, die als Linie 20 täglich verkehrt, startet am Südheimer Platz und führt zur Bergstation am Waldfriedhof in Degerloch. Sie fährt alle 20 Minuten zwischen 9 Uhr und 18 Uhr. Bei größerem Andrang werden zusätzliche Fahrten angeboten. Für die Fahrt gilt der VVS-Tarif, und auch das Deutschland-Ticket sowie andere Regionaltickets wie das Baden-Württemberg-Ticket sind gültig.
Die Seilbahn selbst ist ein Beispiel für eine Standseilbahn, bei der die Wagen auf Schienen fahren und nach dem Prinzip des Gewichtsausgleichs arbeiten. Dies macht sie zu einem besonders energieeffizienten Verkehrsmittel. Baden-Württemberg ist mit sieben Standseilbahnen führend in Deutschland, nur übertroffen von Österreich und der Schweiz.
Bildnachweis SSB Stuttgart

