Austausch über Zukunft der Automobilindustrie: EU-Vizepräsident besucht Stuttgart
Beim „Stuttgarter Automobilgipfel“ haben sich am Donnerstag Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften mit EU-Exekutiv-Vizepräsident Stéphane Séjourné über die Zukunft der europäischen Automobilwirtschaft ausgetauscht. Ziel des Treffens war es, die Herausforderungen und Chancen der Branche zu diskutieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. Séjourné machte deutlich, dass die EU die Branche aktiv unterstützen werde: „Wir werden einen Sektor, der 13 Millionen Arbeitsplätze und sieben Prozent des europäischen BIP umfasst, nicht im Stich lassen.“
Unterstützung für die Automobilwirtschaft zugesagt
Séjourné betonte, die EU werde einen umfassenden Plan zur Rettung der Automobilbranche vorlegen. Dabei stünden Maßnahmen wie die Sicherung von Lieferketten, Investitionen in europäische Produktionskapazitäten sowie die Förderung sauberer Fahrzeuge im Fokus. Der kommende „Clean Industrial Deal“, der in 42 Tagen vorgestellt werden soll, sei ein zentraler Baustein dieser Strategie. „Die Zukunft des Autos ist sauber, und diese Zukunft wird in Europa gestaltet“, erklärte Séjourné.
2025: Ein Schlüsseljahr für die Branche
Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, der den Gipfel initiiert hatte, bezeichnete 2025 als Schlüsseljahr für die Automobilindustrie. „Die EU-Kommissionspräsidentin hat für dieses Jahr einen Strategischen Dialog angekündigt, und der Exekutiv-Vizepräsident wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“ Nopper lobte Séjournés Offenheit für die Forderungen aus Stuttgart, darunter mehr Flexibilität bei Antriebstechnologien, die Revision des Verbrennerverbots sowie ein Aussetzen von Strafzahlungen bei Überschreiten der CO₂-Flottengrenzwerte.
Breite Beteiligung am Gipfel
Am Gipfel nahmen neben Séjourné auch Vertreter großer Automobilunternehmen, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die Wirtschaftsministerin Baden-Württembergs sowie Repräsentanten von Verbänden und Gewerkschaften teil. Diskutiert wurden unter anderem das EU-Verbrennerverbot ab 2035, die neuen CO₂-Flottengrenzwerte ab 2025, die Förderung der Elektromobilität und der Abbau von Bürokratie.
Hoffnung für die Region Stuttgart
Die Automobilwirtschaft ist für die Region Stuttgart von enormer Bedeutung: Rund 220.000 Menschen arbeiten hier in der Branche, was etwa 17 Prozent aller Arbeitsplätze ausmacht. Séjourné lobte bei seinem Besuch die Innovationskraft der Region und versprach Unterstützung: „In Stuttgart haben wir die Geschichte der europäischen Industrie des 20. Jahrhunderts geschrieben. Hier werden wir die Geschichte der Industrie des 21. Jahrhunderts schreiben.“
Der „Stuttgarter Automobilgipfel“ war Teil von Séjournés Europatour zum „Clean Industrial Deal“, die ihn zuvor nach Gent, Mailand und Bukarest geführt hatte. Mit seiner ersten Reise als EU-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie setzt er ein starkes Signal für die Bedeutung der Automobilindustrie in Europa.
Bildnachweis: Fabrice Weichelt, Rechte: Stadt Stuttgart

