Polizei setzt Zeichen gegen Hass: Kampagne „Pride and Protect“ und neue „Streife im Netz“
Queerfeindliche Hasskriminalität nimmt bundesweit weiter zu. Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der erfassten Fälle seit 2023 um rund 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass nur etwa jede zehnte betroffene Person Anzeige erstattet – häufig aus Unsicherheit oder aus Angst vor negativen Reaktionen.
Mit der Kampagne „Pride and Protect“ will das Landeskriminalamt Baden-Württemberg diesem Trend entgegenwirken. Ziel ist es, das Vertrauen der queeren Community in die Polizei zu stärken, die Anzeigebereitschaft zu erhöhen und gleichzeitig ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Hasskriminalität zu setzen.
Die Kampagne wird über Social-Media-Kanäle, Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und persönliche Gespräche – unter anderem beim Christopher Street Day in Stuttgart – umgesetzt. Damit möchte die Polizei den direkten Austausch fördern, Vorurteile abbauen und die Sichtbarkeit der Themen queerer Menschen erhöhen.
Parallel dazu fand erneut eine landesweite „Streife im Netz“ statt. Ermittlerinnen und Ermittler der regionalen Polizeipräsidien überprüften dabei mehr als 100 Profile, Internetseiten und Beiträge auf Plattformen wie Instagram, Facebook, YouTube und TikTok. Schwerpunkt der Kontrollaktion waren queerfeindliche und strafrechtlich relevante Inhalte.
Das Ergebnis: Insgesamt wurden elf strafrechtlich relevante Beiträge festgestellt. Die Bandbreite reicht von Volksverhetzung über die Billigung von Straftaten bis hin zu Beleidigungen. In allen Fällen wurden entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Die beim Landeskriminalamt angesiedelte Task Force gegen Hass und Hetze besteht inzwischen seit fünf Jahren und ist Teil des Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums Baden-Württemberg. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet sowie auf Präventions- und Aufklärungsarbeit. Die regelmäßige „Streife im Netz“ gehört inzwischen zu rund 300 landesweiten Einzelmaßnahmen, mit denen strafbare Hasskommentare und Hetze konsequent verfolgt werden.
Betroffene oder Zeugen von Hass und Hetze finden auf der Plattform Initiative Toleranz im Netz Informationen zu Meldestellen, Beratungsangeboten und Hilfsorganisationen sowie Hinweise zur Anzeigenerstattung.
Text: M.C. Alten-Siegl / LKA BW
Fotocredits Symbolbild, LKA BW

