Nopper fordert Ende von Tempo 40 auf Stuttgarts Hauptstraßen
Die Debatte um das Tempolimit in Stuttgart nimmt wieder Fahrt auf: Oberbürgermeister Frank Nopper fordert von der neuen Landesregierung die Abschaffung des nahezu flächendeckenden Tempo-40-Netzes in der Landeshauptstadt. Nach Jahren stabil eingehaltener Luftgrenzwerte sei aus Sicht der Stadtverwaltung eine Rückkehr zu Tempo 50 auf wichtigen Hauptverkehrsachsen überfällig.
Besonders betroffen wären zentrale Verkehrsadern wie die Cannstatter Straße oder die Pischekstraße. Dort solle künftig wieder die reguläre Höchstgeschwindigkeit gelten. Tempo 30 sieht Nopper dagegen weiterhin in sensiblen Bereichen wie Schulwegen, Wohnlagen oder bekannten Unfallschwerpunkten als sinnvoll an.
Hintergrund der Forderung ist die Einführung von Tempo 40 im Zuge des Luftreinhalteplans. Stuttgart verfügt bis heute über eines der dichtesten Tempo-40-Netze Deutschlands. Rund neun Prozent des gesamten Straßennetzes sind betroffen – vor allem im Talkessel und auf wichtigen Einfallstraßen. Während andere Städte in Baden-Württemberg entsprechende Regelungen nach Verbesserung der Luftqualität wieder zurückgenommen haben, blieb das Modell in Stuttgart bestehen.
Auch die aktuelle Argumentation des Landes zur Unfallprävention überzeugt das Rathaus nicht. Nach Auffassung der Stadt passe die neue Straßenverkehrsordnung klarer zwischen Tempo 30 in Gefahrenbereichen und Tempo 50 auf Hauptverkehrsstraßen. Ein flächendeckendes Tempo 40 sei darin lediglich als Ausnahme vorgesehen.
Mit dem Vorstoß setzt die Stadtspitze kurz nach Amtsantritt der neuen Landesregierung ein deutliches Signal in der Verkehrsdebatte – und bringt eines der emotionalsten Mobilitätsthemen Stuttgarts erneut auf die politische Agenda.
Fotocredits: LHS Leif Piechowski

