Ausschuss beschließt Umgestaltung des Leonhardsplatzes
Der Leonhardsplatz in Stuttgart-Mitte steht vor einer umfassenden Neugestaltung. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat am 28. Juli beschlossen, den heute stark durch Verkehr geprägten Bereich in einen autofreien, grüneren und klimaangepassten Quartiersplatz zu verwandeln.
Ziel der Stadt ist es, die bislang durch Straßen getrennten Bereiche rund um die Leonhardskirche, das Gustav-Siegle-Haus und das künftige Stuttgart Moving Image Center (SMIC) zu einem zusammenhängenden Ort mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln.
Im Mittelpunkt der Planung stehen Klimaschutz und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Vorgesehen sind unter anderem entsiegelte Flächen nach dem Schwammstadt-Prinzip, durch die Regenwasser besser versickern kann, der Erhalt bestehender Bäume sowie zusätzliche Begrünungen. Damit soll der Platz künftig auch bei zunehmender Hitze ein attraktiver Aufenthaltsort werden.
Auch die Verkehrsführung wird neu geordnet. Der Leonhardsplatz soll künftig als Fußgängerzone gestaltet werden. Die Verbindung zwischen Leonhardstraße und Esslinger Straße wird als Flanierachse gestärkt. Wegfallende Stellplätze sollen durch das geplante Breuninger Parkhaus aufgefangen werden.
Umsetzung in zwei Bauabschnitten
Die Neugestaltung erfolgt schrittweise. Im Herbst 2026 startet ein europaweites Vergabeverfahren zur Auswahl eines Planungsbüros. Um die Arbeiten mit dem Bau des SMIC abzustimmen, wird das Projekt in zwei Bereiche aufgeteilt.
Der erste Bauabschnitt umfasst rund 4.500 Quadratmeter zwischen der Leonhardskirche, der Esslinger Straße und dem künftigen SMIC. Dieser Bereich soll rechtzeitig zur Eröffnung des Stuttgart Moving Image Center im Jahr 2029 fertiggestellt sein.
Der zweite Abschnitt mit rund 5.500 Quadratmetern rund um die Leonhardskirche und das Gustav-Siegle-Haus soll anschließend Schritt für Schritt innerhalb der kommenden zehn Jahre umgesetzt werden.
Begleitet wird das Projekt durch die städtebauliche Sanierung „Stuttgart 33 – Katharinenplatz“ sowie durch ein Stadtteilmanagement und eine Bürgerbeteiligung. Zudem sollen einzelne Maßnahmen zunächst zeitlich begrenzt getestet werden, bevor eine dauerhafte Umsetzung erfolgt.
Die Planungskosten für den ersten Bauabschnitt werden auf rund 600.000 Euro geschätzt. Für Maßnahmen im Sanierungsgebiet können Fördermittel von bis zu 250 Euro je Quadratmeter beantragt werden.
Mit der Neugestaltung soll mitten in Stuttgart ein neuer urbaner Treffpunkt entstehen – grüner, lebenswerter und besser an die Anforderungen des Klimawandels angepasst.
Fotocredits: Sarah Schmid/Stuttgart Marketing GmbH (Archivbild)

