Stuttgart rüstet Schulen gegen die Hitze – Maßnahmenpaket für 150 Standorte startet
Mehr Schatten, mehr Trinkwasser und bessere Lernbedingungen: Angesichts immer häufiger auftretender Hitzeperioden setzt die Landeshauptstadt Stuttgart ein umfangreiches Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz an ihren rund 150 städtischen Schulen um. Das Schulverwaltungsamt bündelt bestehende Aktivitäten und entwickelt einen umfassenden Hitzeschutzplan, der sowohl kurzfristige Sofortmaßnahmen als auch langfristige bauliche Lösungen umfasst.
Steigende Temperaturen stellen insbesondere ältere Schulgebäude vor große Herausforderungen. Rund 80 Prozent der Stuttgarter Schulen wurden zu einer Zeit errichtet, in der extreme Sommerhitze noch keine zentrale Rolle spielte. Deshalb werden derzeit alle Schulstandorte systematisch auf ihren Hitzeschutzbedarf überprüft. Dabei fließen unter anderem Sonnenschutz, Lüftungsmöglichkeiten, Raumtemperaturen sowie besonders belastete Gebäudebereiche in die Bewertung ein.
Ziel ist es, die vorhandenen Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo der Handlungsbedarf am größten ist. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme entsteht eine priorisierte Umsetzungsplanung mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen.
Sofortprogramm bereits angelaufen
Während die Bestandsanalyse läuft, wurden bereits zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in den kommenden Sommermonaten spürbar zu entlasten. Dazu gehören:
- zusätzliche Trinkwasserversorgung an den Schulen,
- die Bestellung von 300 Bäumen zur Schaffung neuer Schattenflächen,
- 300 Sonnenschirme für Schulhöfe und Außenbereiche,
- eine erste Lieferung von 150 Klimageräten für besonders belastete Räume – weitere Geräte sollen folgen,
- sowie die Anweisung an Hausmeister, die Schulgebäude in den Nachtstunden gezielt zu lüften, um die Räume möglichst kühl zu halten.
Nachhaltige Lösungen statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen
Neben den Sofortmaßnahmen setzt die Stadt auf eine langfristige Strategie. Künftige Sanierungen und Modernisierungen sollen den Hitzeschutz konsequent mitdenken. Dazu zählen unter anderem ein verbesserter baulicher Sonnenschutz, optimierte Lüftungskonzepte sowie technische Lösungen für besonders stark aufgeheizte Klassenräume.
Auch Anregungen aus dem Positionspapier der Stuttgarter Schulleitungen und des Gesamtelternbeirats werden in die Planungen einbezogen und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.
Schulen fit für den Klimawandel machen
Mit dem Maßnahmenkatalog verfolgt Stuttgart das Ziel, den Hitzeschutz dauerhaft in der Schulbau- und Gebäudestrategie zu verankern. Denn die zunehmenden Hitzewellen werden künftig zur neuen Realität gehören. Moderne Lernbedingungen bedeuten deshalb nicht nur digitale Ausstattung und zeitgemäße Gebäude, sondern auch ein gesundes Raumklima, das konzentriertes Lernen und Arbeiten selbst an heißen Sommertagen ermöglicht.
Fotocredits: Julian Rettig/Stadt Stuttgart

