Vier Festnahmen nach Serie brutaler Überfälle – „EG Teddy“ klärt rund 30 Taten auf
Mit einem großangelegten Einsatz ist es der Stuttgarter Polizei und der Staatsanwaltschaft gelungen, eine Serie schwerer Überfälle im Großraum Stuttgart aufzuklären. Nach umfangreichen Ermittlungen der Sonderkommission „EG Teddy“ wurden insgesamt vier Tatverdächtige festgenommen. Am Mittwochmorgen durchsuchten Einsatzkräfte 17 Wohnungen in Stuttgart, Esslingen und Waiblingen, wobei ein 19-jähriger Deutscher festgenommen wurde.
Bereits am 26. Juni 2025 gingen den Ermittlern drei mutmaßliche Täter ins Netz. Zwei 18-Jährige wurden am Südheimer Platz bei einem von den Beamten arrangierten Scheintreffen festgenommen. Einer der beiden führte eine griffbereite Gaspistole mit sich. Noch am selben Tag nahmen Beamte einen weiteren 18-jährigen deutsch-kosovarischen Verdächtigen in Esslingen fest. Für alle drei wurden Haftbefehle erlassen.
Die Gruppe steht im Verdacht, seit Ende 2023 über die Chatplattform Knuddels erwachsene Männer in Fallen gelockt zu haben. Die Täter sollen sich als junge Frauen ausgegeben und Treffen im Raum Stuttgart und Esslingen vereinbart haben. Vor Ort schlugen sie dann zu – laut Polizei teilweise bewaffnet mit Messern, Pfefferspray, Schlagstöcken oder Schusswaffen. Die Männer wurden ausgeraubt, teilweise schwer verletzt oder sogar sexuell angegriffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags und schweren Raubes. Der Schaden liegt im fünfstelligen Bereich.
Durch die Auswertung sichergestellter Beweise geriet schließlich auch der nun festgenommene 19-Jährige ins Visier der Ermittler. Spezialkräfte nahmen ihn am Mittwoch gegen 6 Uhr morgens in Stuttgart-Süd fest. Zusätzlich wurden 16 weitere Wohnobjekte durchsucht und umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt.
Insgesamt richtet sich das Verfahren derzeit gegen vier festgenommene Männer sowie weitere 15 männliche und drei weibliche Beschuldigte. Rund 160 Polizistinnen und Polizisten waren an dem großangelegten Einsatz beteiligt.
Mario Teufel, Leiter der „EG Teddy“, betonte die Schwierigkeit der Ermittlungen: „Viele Betroffene melden die Taten nicht, weil sie sich schämen oder verunsichert sind. Wichtig ist: Die angegriffenen Männer haben in den meisten Fällen nichts falsch gemacht. Die Täter nutzten die Masche allein, um ihre Opfer anzugreifen und auszurauben.“
Die Polizei bittet mögliche weitere Geschädigte oder Zeugen, sich unter +49 711 8990 5778 zu melden.
Fotocredits: Stuttgart Inside Archiv

