Die Schulstraße
Wer die Königstraße vom Neuen Schloss her nach oben geht, wird ihr irgendwann auf der linken Seite begegnen. Eine schmale Schlucht die, die Stuttgarter Haupteinkaufsstraße mit dem Marktplatz verbindet. Sie ist nicht so breit, wie die neue Brücke, auch nicht mit einem Brunnen geschmückt wie die Stiftstraße. Sie ist eher schlicht, einfach eine schnelle Verbindung von da nach dort, wie die Schwaben sagen. Sie hat auch keinen Wikipedia Eintrag, wie die Münchner Schulstraße, sie war schon immer bescheiden. 
Nach dem zweiten Weltkrieg ist hier fast kein Haus mehr gestanden. Es war praktisch die Stunde null im Bebauungsplan, aus der Handwerkergasse wurde die erste Fußgängerzone Deutschlands. Die Stadtväter wollten aber etwas modernes wegweisendes, das auch zum neu errichteten Rathaus passte. So beschloss man im unteren Bereich kleine Ladengeschäfte zu platzieren, und über einen Balkon artigen Steg einen Zugang zur ersten Etage zu schaffen. Dies war notwendig, da die Straße auf einer Länge von fast 140 Metern ein Gefälle von circa einem Stockwerk hat. Eine charmante Lösung: unten Geschäft für den täglichen Bedarf und oben Cafés und Gastonomie.

Wie die meisten Fußgängerzonen hatte die Schulstraße auch bewegte Zeiten, Geschäfte kommen und gehen, aktuell scheint sich das Image zu stabilisieren. Die Zeit der Ein Euro Shop ist vorbei, Schoko Manufakturen, Kaffeerösterei und Gourmet-Gastronomie zieht ein. In der Belletage etablieren sich internationale Feinschmeckerlokale.
Wir hoffen, die Stuttgarter finden wieder gefallen an ihrer Schulstraße, den es hängt von ihnen ab, wie sich das Bild der ersten deutschen Fußgängerzone entwickelt. 
Fotocredit Ralf Alten/Stuttgart Inside

