Am Hegelplatz ist ein Stück Stuttgarter Medizingeschichte zurückgekehrt: Das Denkmal für Dr. Hermann Burckhardt steht wieder an seinem angestammten Platz. Es war über sechs Jahre abgebaut und eingelagert worden, um es während der umfassenden Neubauarbeiten am Katharinenhospital zu schützen.
Der Chirurg zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der Stuttgarter Krankenhausgeschichte. Eng verbunden mit dem heutigen Katharinenhospital Stuttgart trieb Burckhardt bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Modernisierung der Chirurgie entscheidend voran. Dazu gehörten frühe Eingriffe mit neuen Operationsmethoden ebenso wie der konsequente Ausbau hygienischer Standards im OP-Bereich.
Besonders zukunftsweisend war sein Einsatz für neue Diagnostikverfahren: Bereits kurz nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen förderte er deren Anwendung im Klinikalltag und machte das Verfahren früh für die chirurgische Praxis nutzbar. Damit gehörte das Katharinenhospital zu den Vorreitern moderner Bildgebung in Deutschland.
Auch baulich hinterließ die Ära Burckhardt Spuren: Mit dem neuen Operationsgebäude setzte die Klinik bereits um 1900 Maßstäbe in Lichtführung, Hygiene und Funktionalität – ein Ansatz, der den Wandel der Krankenhausarchitektur nachhaltig prägte.
Das Denkmal selbst wurde 1911 feierlich enthüllt und entstand in Zusammenarbeit bedeutender Künstler seiner Zeit: der Entwurf stammt von Paul Bonatz, die Bronzefigur von Ludwig Habich. Mit der Rückkehr an den Hegelplatz ist das Ensemble nun wieder im Stadtraum präsent – als sichtbares Zeichen für Stuttgarts medizinische Geschichte und deren Weg in die Moderne.
Fotocredits: Klinikum Stuttgart Tobias Grosser

