Arnulf-Klett-Platz: Neues Eingangstor zur Stuttgarter Innenstadt
Mit dem Start des Planungswettbewerbs beginnt die Neugestaltung eines der wichtigsten Stadträume Stuttgarts. 18 Planungsteams sollen Ideen für mehr Aufenthaltsqualität, Begrünung und eine bessere Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt entwickeln.
Der Arnulf-Klett-Platz vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof steht vor einem grundlegenden Wandel. Mit dem Start des Planungswettbewerbs für den Arnulf-Klett-Platz und die Schillerstraße will die Landeshauptstadt die Voraussetzungen für einen modernen, klimagerechten und besser vernetzten Stadtraum schaffen.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat den Start des Wettbewerbs am 29. September 2026 beschlossen. Insgesamt 18 Planungsteams sollen Konzepte entwickeln, wie der zentrale Platz künftig aussehen und funktionieren kann. Die Entscheidung über die eingereichten Entwürfe soll im Juni 2027 durch eine Jury getroffen werden.
Vom Verkehrsknoten zum neuen Bindeglied
Der neue Hauptbahnhof verändert das Umfeld rund um den Arnulf-Klett-Platz bereits heute deutlich. Mit der geplanten Verlegung des Cityrings auf die Wolframstraße eröffnet sich die Möglichkeit, den Bahnhofsvorplatz neu zu ordnen und seine bisher stark trennende Wirkung zu reduzieren.
Künftig soll der Arnulf-Klett-Platz deutlich stärker auf Fußgänger ausgerichtet werden. Die Innenstadt und der neue Hauptbahnhof sollen besser miteinander verbunden werden. Gleichzeitig soll langfristig auch eine Verbindung zum neuen Stadtquartier Stuttgart Rosenstein entstehen.
Die bisher stark vom Autoverkehr geprägte Fläche soll dadurch zu einem urbanen Stadtraum mit höherer Aufenthaltsqualität werden.
Mehr Platz für Fußgänger, Radverkehr und Grün
Trotz der geplanten Veränderungen bleibt der Arnulf-Klett-Platz ein wichtiger Bestandteil des Verkehrsknotens rund um den Hauptbahnhof. Busse, Taxen und Fahrräder sollen den Platz weiterhin nutzen können. Künftig sollen dort jedoch grundsätzlich nur noch öffentlicher Nahverkehr und Lieferverkehr zugelassen werden.
Eine niveaugleiche Führung der Fußwege soll die Verbindungen in die Innenstadt verbessern. Besonders die Anbindung an die Königstraße steht dabei im Fokus.
Durch die Neuordnung der Verkehrsflächen soll zusätzlicher Raum für Fuß- und Radverkehr, Begrünung und Aufenthaltsbereiche entstehen. Auch die Schillerstraße wird in die Neugestaltung einbezogen.
Ein wichtiger Schwerpunkt des Wettbewerbs ist die Klimaanpassung. Mehr Grün und eine hochwertige Gestaltung sollen dazu beitragen, den öffentlichen Raum zukunftsfähiger zu machen.
Aufenthaltsort für unterschiedliche Nutzergruppen
Der neue Arnulf-Klett-Platz soll nicht nur Verkehrsfläche sein, sondern auch ein Ort zum Aufenthalt werden. Geplant sind unterschiedliche Bereiche für ruhige und belebte Nutzungen, die verschiedenen Altersgruppen und Bedürfnissen gerecht werden.
Eine übersichtliche Gestaltung, gute Beleuchtung und begrünte Aufenthaltsbereiche sollen den Platz offen und gut nutzbar machen. Dabei muss auch die unter dem Platz liegende Klett-Passage in die Planung einbezogen werden. Sie ist über zahlreiche Auf- und Abgänge mit dem Arnulf-Klett-Platz und dem Bonatzbau verbunden.
18 Planungsteams entwickeln Konzepte
Der Wettbewerb wird als einphasiger, nichtoffener freiraum- und verkehrsplanerischer Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb durchgeführt. Gefordert sind entsprechende Qualifikationen in Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung. Arbeitsgemeinschaften aus beiden Fachbereichen werden ausdrücklich empfohlen.
18 Wettbewerbsteilnehmende sollen unterschiedliche Ansätze für die Zukunft des zentralen Stadtraums entwickeln. Eine Jury wird die Entwürfe bewerten und voraussichtlich im Juni 2027 über die Wettbewerbsbeiträge entscheiden.
Damit soll eine Grundlage für die weitere Planung geschaffen werden. Der Arnulf-Klett-Platz könnte sich in den kommenden Jahren damit von einem stark verkehrsgeprägten Bahnhofsvorplatz zu einem grünen und fußgängerfreundlichen Eingangstor zur Stuttgarter Innenstadt entwickeln.
Text: Ralf Alten
Fotocredits: Max Kovalenko

