Andere Länder, andere Neujahrssitten …
Das neue Jahre steht in den Startlöchern. Doch überall auf der Welt wird der Jahreswechsel anders gefeiert.
Südafrika
Für die Menschen dort beginnt das neue Jahr mit Karneval. Als Höhepunkt zieht am 2. Januar ein bunter und von vielen Trommeln geprägter Umzug von Karnevalsgruppen unter dem Tafelberg entlang. Dieses Spektakel geht auf den „Emancipation Day“ zurück, der Tag, an dem die Sklaven in Südafrika in den 1830er Jahren befreit wurden. Mehrere tausend Teilnehmer in fantastischen Kostümen sowie Tanzgruppen, Bands und Chöre nehmen jährlich daran teil. Insgesamt säumen dann in Kapstadt mehr als 100.000 Menschen die Straßen zum Stadion, wo karnevalistische Tanz- und Gesangswettbewerbe stattfinden.
Rumänien
Im „Garten der Karpaten“, wie Rumänien auch genannt wird, gibt es einige typische Neujahrsrituale. Bei einem davon tummeln sich Kinder mit einem neugeborenen Lamm unter dem Arm auf Straßen und Märkten. Laut einer Überlieferung soll es Glück bringen, das Lämmchen zu streicheln, das traditionell „Vasilica“ genannt wird. Wer das möchte, muss allerdings bereit sein, eine Kleinigkeit dafür bezahlen.
Australien
In Australien versammeln sich die Menschen bei angenehmen Sommertemperaturen am Strand und zelebrieren zwölf Minuten lang verschiedene Silvesterknallereien – eine Minute für jeden Monat. Diese finden an berühmten Sehenswürdigkeiten statt. Grund dafür ist, dass aus Sicherheitsgründen eigenständiges Zünden von Feuerwerkskörpern nicht gestattet ist.
Bulgarien
In Bulgarien wird das Neue Jahr hart, aber herzlich gefeiert und begrüßt. Dort gehören traditionell Rückenschläge mit einem geschmückten Kirschbaumast zum Ritual. Hierzu wandern Kinder von Haus zu Haus und wünschen ihren Nachbarn durch diesen Brauch Glück, Reichtum und Gesundheit herbei. Belohnt wird das Ganze mit süßen Bonbons und kleinen Geschenken.
Indonesien
Noch schmerzhafter feiert man den Jahreswechsel in Indoniesen. Bei dem sogenannten „Tatung-Ritual“ werden den Menschen in Trance Nadeln und Nägel durch die Wangen gestochen, womit böse Geister vertrieben werden sollen.
Chile
Dem Glauben an das erhoffte Liebesglück wird in Chile in der Neujahrsnacht durch das Tragen roter Unterwäsche Nachdruck verliehen. Es ist üblich, Freunden oder Familienmitgliedern Unterwäsche in dieser Farbe zu schenken. Auch Gesundheit und Leidenschaft werden so in Aussicht gestellt.
Polen
Ein Ritual, dass ebenfalls mit der Liebe zu tun hat, wird in Polen zelebriert. Single-Frauen streuen sich dort zum Jahreswechsel Mohn in einen Schuh. Hierbei gilt die Devise: Je mehr desto besser, denn die Anzahl der Mohnkörner steht für die Zahl der künftigen Verehrer.
Spanien
Ein gutes Timing ist an Silvester in Spanien gefragt. Denn genau um Mitternacht stopfen sich die Menschen dort Weintrauben in dem Mund - bei jedem der zwölf Glockenschläge eine, dabei wird sich etwas gewünscht. Wer es nicht schafft, alle Trauben bis zum letzten Schlag irgendwie in den Mund zu bekommen oder sich dabei verzählt, dem droht im nächsten Jahr ein Unglück.
Dänemark
Eine genaue Choreografie legen die Menschen zu Silvester in Dänemark an den Tag. Nach der obligatorischen Ansprache der Königin wird Stockfisch oder Dorsch gegessen und dazu ein mit Kümmel aromatisierter Branntwein gereicht. Zuviel sollte davon aber nicht getrunken werden, denn die Dänen steigen kurz vor Mitternacht auf einen Stuhl oder Sessel, um beim letzten Glockenschlag ins neue Jahr zu springen.
Boris Mönnich
Fotocredits: Stuttgart Inside

