Stuttgart macht bei der Earth Night das Licht aus 🌙
Am 11. September wird es in Stuttgart dunkler: Ab 22 Uhr beteiligt sich die Landeshauptstadt an der bundesweiten Earth Night und setzt ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung, unnötigen Energieverbrauch und die Folgen künstlicher Beleuchtung für Natur und Tiere.
Künstliches Licht gehört längst zum Stadtbild – doch die Beleuchtung hat auch Schattenseiten. Sie beeinflusst den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, kann Insekten und nachtaktive Tiere beeinträchtigen und verursacht zusätzlichen Energieverbrauch. Die bundesweite Aktion Earth Night will deshalb für einen bewussteren Umgang mit künstlichem Licht sensibilisieren.
Bereits zum siebten Mal findet die Aktion in diesem Jahr statt. Am 11. September sollen ab 22 Uhr möglichst viele künstliche Lichtquellen ausgeschaltet werden. Auch Stuttgart beteiligt sich und möchte damit auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam machen.
Stuttgart reduziert Beleuchtung bereits seit Jahren
Die Landeshauptstadt setzt allerdings nicht nur auf die Earth Night. Bereits seit Beginn der Energiekrise im Herbst 2022 wurde die Beleuchtung deutlich reduziert. Mehr als 30 Gebäude, Brunnen und Denkmäler werden dauerhaft nicht mehr angestrahlt. Dadurch konnten bislang rund 230 Megawattstunden Strom eingespart werden.
Auch bei der Straßenbeleuchtung gibt es Einsparungen. Auf Außerortsstrecken wurden erste Beleuchtungen abgeschaltet. Seit Mitte 2024 kamen dadurch weitere rund 340 Megawattstunden Strom zusammen. Bis Mitte 2027 soll die Beleuchtung auf weiteren Außerortsstrecken zeit- oder präsenzgesteuert reduziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umrüstung auf LED-Technik. Ende 2025 war bereits mehr als die Hälfte der öffentlichen Straßenleuchten mit LED ausgestattet. Bis 2030 sollen sämtliche öffentlichen Leuchtmittel im Stadtgebiet ersetzt sein. Ziel ist es, den Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung gegenüber 1990 um 65 Prozent zu senken.
Intelligente Straßenbeleuchtung im Test
Stuttgart arbeitet zudem an moderneren Beleuchtungskonzepten. Intelligente Straßenlaternen sollen künftig mithilfe von Bewegungssensoren erkennen können, ob sich beispielsweise Fußgänger, Radfahrer oder Autos nähern. Die Helligkeit kann dann entsprechend angepasst werden.
Auch unterschiedliche Lichtspektren werden getestet. Ziel ist eine Beleuchtung, die für Menschen gut sichtbar bleibt, gleichzeitig aber möglichst geringe Auswirkungen auf Insekten hat.
Auch zu Hause lässt sich Lichtverschmutzung reduzieren
Auch Bürgerinnen und Bürger können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, nachts weniger Licht in die Umwelt abzugeben. Unnötige Außenbeleuchtung sollte ausgeschaltet werden. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren sorgen dafür, dass Lampen nur dann eingeschaltet sind, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.
Außenleuchten sollten möglichst nach unten gerichtet sein. Schwächere und warmweiße Lichtquellen sind ebenfalls besser geeignet. Wer am Abend Jalousien oder Vorhänge schließt, verhindert zusätzlich, dass Licht aus Innenräumen nach außen dringt.
Die Earth Night soll damit nicht nur für einen Abend für mehr Dunkelheit sorgen, sondern den Blick auf einen bewussteren Umgang mit künstlichem Licht lenken.
Weitere Informationen zur Aktion gibt es bei Earth Night.
Text: M.C. Alten-Siegl
Fotocredits: Stuttgart Inside Archiv

