Ein Unglück kommt selten allein.
Die 1:4-Pokalpleite gegen Aspach im WFV-Pokalfinale (23.5) kommt die Stuttgarter KIckers in mehrfacher Hinsicht teuer zu stehen. Die Pleite kostet die Kickers nicht nur die Teilnahme am prestigeträchtigen DFB-Pokal. Allein in der 1.Runde hätten die Kickers 211 886 Euro Garantiesumme, zuzügich Zuschauereinnahmen kassiert.
Jetzt präsentiert das Sportgericht des Württembergische Fußballverband (WFV) den Kickers seine Rechnung für das Fehlverhalten ihrer Fans während des Finals Im Waldau-Stadion. Im Urteil des WFV heißt es: "Gegen den SV Stuttgarter Kickers wurde wegen mehrfachen Zündens pyrotechnischer Gegenstände aus dem Zuschauerbereich sowie aufgrund des Platzsturms durch Anhänger eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verhängt." Pyrostrafe auch für Aspach in Höhe von 500 Euro.
Dazu werden drei Anhänger und Mitglieder der Kickers wegen unerlaubten Betretens des Innenraums und des Spielfelds zu Geldstrafen verurteilt. In zwei Fällen zu je 200 Euro. Ein Anhänger wurde wegen zusätzlichen Einwirkens auf einen Spieler mit 1000 Euro Geldstrafe belegt.
Zusätzlich hat der WFV bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt.
Die Kickers werden keine Berufung gegen das Urteil des WFV einlegen.
Kickers-Präsident Rainer Lorz klipp und klar: "Wir akzeptieren die Entscheidung des WFV und werden die Konsequenzen sorgfältig auswerten. Unabhängig von den Sanktionen ist uns wichtig, dass sich alle Zuschauer im Stadion sicher fühlen, und solche Vorfälle künftig vermieden werden. Gemeinsam mit unseren Fans werden wir weiter daran arbeiten, die positive und leidentschaftliche Unterstützung unserer Mannschaft in geordnete Bahnen zu lenken."
Ob dazu auch ein temporäres Stadionverbot für die sanktionierten Fans gehört, ist noch offen.
Alle Anstrengungen der Blauen könnten, was das WFV-Pokalfinale betrifft, auch ins Leere laufen.
Wie Stuttgart-Inside erfuhr, gibt es aufgrund der Ereignisse rund ums Pokalfinale - ein Aspacher Spieler wurde nach dem Spiel verprügelt und ausgeraubt - beim WFV ernsthafte Überlegungen das prestigeträchtige Pokalfinale aus dem Waldau-Stadion abzuziehen. Als neuer Austragungsort ist das Donau-Stadion in Ulm im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung des WFV steht aber noch aus, zumal der WFV noch einen Vertrag mit der Stadt Stuttgart fürs Waldau-Stadion hat.
Fest steht dagegen, dass Final-Schiedsrichter Roman Eck (36, Schiedsrichtergruppe Leonberg) aufgrund seiner desaströsen Leitung des Finals vom WFV für ein Pokal-Finale nicht mehr eingesetzt wird.
Übrigens: Im Generaltest zum Ligastart unterlagen die Stuttgarter Kickers dem Drittligisten Jahn Regensburg am Samstag unglücklich mit 1:2 (1.1). Am Sonntag gewannen die Kickers ein Testspiel beim TSV Schwieberdingen 13:0.
Das erste Punktspiel in der Regionalliga Südwest steigt gegen Drittligaabsteiger SSV Ulm (Freitag 7.8. Waldau-Stadion, 19 Uhr).
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Klaus Henrich
Fotocredits: Klaus Henrich

