Endlich mal Beach-Volleyball der besten deutschen Teams im Ehrenhof des Neuen Schlosses. Breakdance der Elite vor der altehrwürdigen Oper im Schlossgarten.
3x3 Basketball auf dem Marktplatz, Speed-Klettern auf dem Schlossplatz. Stand-Up-Padding und Kanusport auf dem Neckar. Und, und, und....Bei den "Finals 2027" wird's möglich. Vom 29. Juli bis 1.August wird Stuttgart zum Mekka des Spitzensports, will die Landeshauptstadt ihren lädierten Ruf als deutscher Sporthauptsadt aufpolieren.
Das Ganze trotz klammer Kassen, Sparhaushalt und drastischer, städtischer Preiserhöhungen allerorten (die Eintrittspreise für die Mineralbäder sind bis zu 43 Prozent gestiegen). Fürs sportive Image zieht die Stadt die Spendierhosen an, lässt sich das Spektakel 5,8 MIo. Euro an Zuschuss kosten. Im Vergleich zum städtischen Zuschuss für die Modernisierung des Daimler-Stadions zur WM 2006 mit 36,5 Mio. Euro und WM-Gesamtausgaben von über 41 Mio. Euro, eher bescheiden.
Für einen strahlenden OB Frank Nopper überwiegt das Postive und die Aufpolierung des durch die Endlos-Baustelle um S21 schwer beschädigten Image der Stadt. Nopper nach vorne blickend: "Die Finals sind eine große Chance für Stuttgart. Eine Chance, Stuttgart als guten, starken und sympathischen Gastgeber des Sports zu präsentieren. Eine Chance zu zeigen, was Stuttgart ausmacht."
Eine Chance auch deshalb, weil Stuttgart nach der Totalpleite um die Olympiabewerbung von 2012 in sportlicher Hinsicht nicht mehr so recht auf die Füße gekommen ist. Gegen die innerdeutschen Mitbewerber landete Stuttgart 2003 wegen schwacher Präsentation und Kritik an der Gesamtkonzeption abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Vergessen und vorbei. Nopper drückt auf Reset, setzt auf den Neustart. Nopper: "Die Finals 2027 sind eine Chance, Stuttgart zur Bühne von Leistung, Leidenschaft und Gemeinschaft zu machen. Eine Chance, Menschen zu begeistern - vor Ort und vor den Bildschirmen.."
Über 3000 Athleten werden in 16 Sportarten an 9 Austragungsstätten im fairen Wettkampf um die Plätze kämpfen. ARD und ZDF werden über 30 Stunden live berichten.
Sehr zur Freude auch der Stuttgarter Athleten und Athletinnen. Helen Kevric, Vize-Europameisterin im Gerätturnen und zweimalige Deutsche Meisterin vom MTV Stuttgart: "Ich freue mich sehr auf die Finals 2027 in meiner Heimatstadt. Ich bin in Stuttgart geboren, lebe und trainiere schon immer hier. Es wird für mich besonders, nicht nur den eigenen Sport, sondern viele andere Sportarten in dieser tollen Stadt erleben zu dürfen."
Gilt auch für Philip Schaub, Stuttgarter Olympia-Kader-Athlet in BMX-Race: "Ich freue mich, dass BMX-Race die Möglichkeit hat, bei einem so hochklassigen Event dabei zu sein. In Stuttgart können wir ganz Deutschland zeigen, was wir für einen tollen Sport machen. Meine Familie und Freunde können alle bei den Deutschen Meisterschaften hier zu Hause dabei sein - was es noch mehr besonders macht."
Besonders ist auch, dass der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen frei sein wird.
Aktuell geplante Sportarten der "Finals 2027"
- 3x3 Basketball
- Beach-Volleyball
- BMX-Race
- BMX-Flatland (Akrobatik auf dem BMX-Rad)
- BMX-Park (Variante des Freestyle auf einer Rampe)
- Breaking (Tanzsport Breakdance)
- Finswimming (Schwimmen mit Flossen)
- Gerätturnen
- Kanu
- Rhythmische Sportgymnastik
- Schwimmen
- Speed-Klettern
- Sportakrobatik
- Stand-Up-Padding (Stehpaddeln)
- Trampolinturnen
- Triathlon
Geplante Sportstätten:
- BMX-Supercross-Strecke Stuttgart
- Ehrenhof im Neuen Schloss
- Marktplatz
- Neckar
- Porsche-Arena
- Schlossplatz
- Sportbad Neckar-Park
- Vor der Staatsoper
- Stuttgart und Umgebung
Fotocredits: Klaus Henrich, Ralf Alten, Fabrice Weichelt

