Alles neu macht der Mai.
Am Ende war es keine Überraschung mehr. Die MHP Riesen Ludwigsburg haben das Playoff-Viertelfinale in der Basketball-Bundesliga vergeigt. Deshalb haben sie jetzt ihre Option gezogen und sich von Trainer Mikko Riipinen (38) getrennt. Die Qualifikation für die Endrunde der acht Besten wäre die Voraussetzung gewesen, dass die Riesen mit dem Schweden weitermachen.
Riipinen, der auch schwedischer Nationaltrainer ist, gelangen in 37 Partien 18 Erfolge, was mit einer Siegquote von 48,6 Prozent zu Platz 10 reichte. Das Saisonende kam im ersten Play-In-Spiel, das die Riesen mit 71:91 in Rostock verloren.
Für den Erfolgsorientierten Präsidenten Alexander Reil (58) zu wenig. Nach einer ausführlichen Saisonanalyse und intensiven Gespächen und dem Austausch über die Vorstellungen für die kommende Spielzeit 2026/27 mit Riipinen kam der Vorstand mit dem neuen sportlichen Leiter David McCray (39) zu dem Ergebnis, die Zusammenarbeit nicht weiter fortzusetzen.
Riipinen, der ohne System und Handschrift blieb, war es in der Saison nicht gelungen, die dringend notwendige Konstanz zu finden. Höhen und Tiefen wechselten sich ab. Die Heimschwäche (10 Siege, 7 Niederlagen), die mit 82,4 Punkten (Platz 14) wenig durchschlagskräftige Offensive, waren offensichtlich. Der Negativlauf von vier Pleiten in Serie am Saisonende brachten das Fass zum Überlaufen. Schließlich haben die Riesen nach zehn Jahren John Patrick-Ära, den Ruf eines Spitzenteams zu verteidigen. Spitze waren sie unter Riipinen nicht. Und Reil hat wohl auch nicht mehr Möglichkeit gesehen, dass es mit Riipinen noch nach oben geht.
Trotzdem fand Reil auch Worte der Anerkennung: "Ich möchte mich bei Mikko ausdrücklich für sein Engagement und seine Identifikation mit unserem Klub bedanken. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, auch deshalb hat der Prozess Zeit in Anspruch genommen." Aber Reil sagt auch: "Letztlich lagen wir in der Bewertung der vergangenen Saison und bezüglich der Erwartungen auf die neue Saison zu weit auseinander. Unsere Erfahrung mit der Doppelfunktion als Nationaltrainer Schwedens hat ebenfalls eine Rolle gespielt."
Heißt auch: Der neue Mann an der Seitenlinie muss seinen Job ausschließlich bei den Riesen machen. Gleich die schwierigste Aufgabe für den sportlichen Leiter David McCray (39), der schon vor Vertragsbeginn (1.7.26) die Ärmel hochkrempeln muss. Denn soviel klar. Der Neue muss besser sein, als der alte Trainer.
Bis jetzt stehen mit dem Finnen Danny Jansson (46, zuletzt Academics Heidelberg), dem Spanier Jesus Ramirez (46, zuletzt Bamberg) , Björn Harmsen (43, zuletzt Jena), Marco Ramondino (43, zuletzt MBC) vier Kandidaten zur Wahl, die die Basketball-Bundesliga kennen. Wunschkandidat, der Italiener Andrea Trinchieri (57, früher Bayern München) geht nach Saloniki.
Klaus Henrich
Fotocredits: MHP Riesen Facebook

