Dritter Sieg im vierten Pflichtspiel.
Der Auftakt eines fast komplett neu zusammengewürfelten Teams (13 des 20er Kaders sind neu) kann sich sehen lassen. Zumal der 103:96-Erfolg beim früheren Serienmeister Bamberg nur bei den größten Optimisten einkalkuliert worden war. Jedenfalls hat der katalanische Trainer Carlos Duran als Bundesliganovize seine erste Feuertaufe fast mit Bravour bestanden.
Zumal vom Pokalsieg (98:73 über die Kirchheim Knights) über die 77:86-Pleite in Ulm und dem 81:78-Sieg über die Rostock Seawolves bis hin zum Sieg in Bamberg ein stetiger Aufwärtstrend zu sehen war.

Besonders markant die Leisteungssteigerung vom Zittersieg über Rostock zum sensationellen Auswärtssieg in Bamberg. Das ganze nach nur 50 Stunden. Fast könnte man sagen, die Riesen sind von den Toten auferstanden. Dank einer verbesserten Defensive und einem Mehr an Physis und einer Offensive, die mit Justin Kier (21 Punkte) und Ish Leggetti (21 Punkte) außer Rand und Band war. Die Riesen eine ganze Klasse besser. Ist das der gerade Weg in die Playoffs, die zuletzt zweimal in Folge verpasst wurden?
Riesen-Präsident Alexander Reil ist dementsprechend vorsichtig: "Für den Anfang ist das ganz O.K., aber wir haben noch viele Baustellen."
Eine davon ist die mangelnde Konstanz im Riesen-Spiel. Starke und schwache Phasen lösen sich zu oft ab. Lediglich das Schlussviertel scheint eine gewisse Konstanz zu haben. Sieht auch der katalanische Trainer Carlos Duran nach dem Bamberg-Spiel so: "Im Verlauf des Spiels wurde es dann richtig gut, vor allem wenn wir kontrolliert gespielt haaben. Unsere Mannschaft hat mit Leidenschaft, guter Verteidigung und mit Tempo gespielt, dann sahen wir auch gut aus. Es muss uns schnell gelingen, die Balance zwischen den richtig starken und den schlechten Phasen im Spiel zu finden." Ein Problem, dass die Riesen schon letzte Saison begleitete und in dessen Folge die Playoffs verpasst wurden.
Zweites Manko ist das schwache Rebounding. Die etatmäßigen Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (WoBo) und Keeshawn Kellmann sind beide noch verletzt. Tommy Rutherford allein ist überfordert.
Drittes Problem ist die Defensive an sich, die nicht den richtigen Zugriff aufs Spiel bekommt.
Fehler Nr. 4 sind die vielen Ballverluste.
Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht allein die Tatsache, dass sich die Riesen aus schlechten Phasen auch selbst wieder befreien können und das wichtige Schlussviertel gewinnen. Das war in drei von vier Spielen der Fall. Entsprechend wurden auch drei Spiele gewonnen.
Darauf setzt auch Trainer Carles Duran. Seine Hoffnung nach dem Bamberg-Spiel: "Jetzt hoffe ich, dass uns unsere Fans im Heimspiel gegen Trier unterstützen und wir den dritten Sieg in Folge holen."
Nächstes Spiel: MHP Riesen Ludwigsburg gegen Trier (Sonntag 18 Uhr, MHP-Arena)

Text und Fotocredist: Klaus Henrich
1.) Der Ball zappelt im Netz von Rostock
2.) Konfettiregen für die Sieger
3.) Pressekonferenz nach dem Rostock-Spiel mit Riesen Sprecher Kulas Robert und TRainer Carlos Duran.

