18. November 2024 / Sport

Beim Rebound unterlegen & zu oft nur zweiter Sieger

Gekämpft, geackert und doch geknickt. Die MHP RIESEN Ludwigsburg beenden das erste Saison-Drittel mit einer 82:91-Niederlage gegen Würzburg .

Veröffentlicht am 18. November 2024 um 09:43 Uhr

Keine Kraft, keine Fortune, kein Sieg 

Die MHP RIESEN Ludwigsburg beenden das erste Saison-Drittel mit einer 82:91-Niederlage gegen Würzburg sowie einer, damit einhergehenden, 4:4-Bilanz in der easyCredit Basketball Bundesliga. Vor 3.942 Fans sind die Schwaben über alle vier Viertel hinweg zwar immer wieder in Front, haben aber in beinahe allen Belangen und auf allen Positionen das Nachsehen. Ein beherzter Auftritt hält Ludwigsburg im Spiel, das jedoch gegen starke Franken verloren geht.
 
Durchaus sehr ungewöhnlich und dennoch absolut im Rahmen der gebotenen, sportlichen Fairness starte das Duell zwischen Ludwigsburg und Würzburg mit einer Viertelstunde Wartezeit: Aufgrund einer Sperrung der A81 und der kurzfristigen Anreise am Nachmittag hatten sich die Franken, sowohl Mannschaft als auch Fans, mit ihren drei Bussen verspätet; sollten ab der Ankunft auch und neben dem Parkett aber gehörig Alarm machen. Nachdem die Big-Men-Fraktionen beider Seiten anfänglich präsent waren und durch Owen Klassen, Joel Scott und Deane Williams zu Punkten gekommen waren, übernahmen die Gäste erstmals die Führung. Mike Davis Jr. und Jhivvan Jackson sorgten für einen Lauf, den Williams auf Seiten der Hausherren zu erwidern versuchte (6:12, 5. Spielminute). Der Brite machte bei seinem Heimspiel- und Starting-Five-Debüt viele Dinge, gerade in der Anfangphase. Gemeinsam mit Justin Simon spielte Williams seine athletischen Vorteile aus und sorgte dafür, dass die Partie ausgeglichen war (18:18, 10.).
 
Ebenjene Athletik sollte auch im zweiten Viertel direkt einen Hingucker beinhalten: Williams sorgte für den Dunk der bisherigen Saison, packte Maxi Ugrai spektakulär aufs sprichwörtliche Poster und bildete den Startschuss der besten RIESEN-Phase. Während Würzburg haderte und ein technisches Foul kassierte, blieben die Hausherren fokussiert und legten nach (27:19). Ein emotionaler Ausbruch von Saša Filipovski sollte sich in der Folge jedoch als genau richtig erweisen. Der Slowene rüttelte seine Schützlinge endgültig wach und diese erwiderten den Anschiss mit der eigenen Aufholjagd. Immer wieder erkämpften sich die Franken nun zweite und dritte Optionen, waren in einem numerisch ausgeglichenen Duell deutlich reboundüberlegen. Trotz dessen, dass die Partie beim Gang in die Kabinen knapp war, war sie deutlich eher nach Baskets-Gusto (33:35, 20.).
 Die Partie kippt endgültig
 
Nach dem Seitenwechsel sorgten dann die im ersten Abschnitt eher unglücklichen Kellan Grady und Ezra Mañjon für den Umschwung: Die Gelb-Schwarzen waren fokussierter und warfen sich in viele Aktionen, trafen durch Scott auch einen wichtigen Distanzwurf. Doch trotz des vierten Fouls gegen Davis Jr. konnten die MHP RIESEN die Kontrolle nicht übernehmen. Die beiden besten Akteure des Abends, Jackson und Zac Seljaas trafen gute Entscheidungen und schwierige Würfe. Würzburg machte seine Sache defensiv sehr gut und offensiv sehr gemeinschaftlich und zog mehrfach zweistellig davon. Ludwigsburg zeigte zweifelsohne viel Herz, gab allumfassend alles, doch trotz einiger fränkischer Nachlässigkeiten zwischen der 25. und 35. Minute, kippte die Partie nicht (58:63, 30.).
 
Es waren gegensätzlich eher die Gäste, die sich selbst und den Gästeblock in einen Rausch spielten – wobei sich beide Faktoren gegenseitig befruchteten. Während das Patrick-Team sich zahlreiche Punkte, durch abgegebene Defensivrebounds, gewissermaßen selbst ins Netz legte, waren in der Offensive immer (nur) zwei bis drei Akteure gleichzeitig auf der Höhe. Das Angriffsspiel zerfledderte, Einzelaktionen bestimmten die Endphase. Erneut waren diese gefällig, der exzellent funktionierende Mannschaftsverbund auf der Gegenseite aber in beinahe jeder Facette besser. Ludwigsburg entglitt die, immer geringer werdende, Siegchance und die Partie.
Nach der vierten Niederlage im achten Ligaspiel, der sechsten im wettbewerbsübergreifend fünfzehnten Pflichtspiel der Spielzeit, haben die Ludwigsburger erstmals seit Saisonbeginn einige Tage frei. Zu Beginn der anstehenden Länderspielpause wird es kurzzeitig etwas ruhiger, was der Genesung der drei Rekonvaleszenten helfen dürfte, ehe gegen Ende der Woche die Schlagzahl schrittweise wieder erhöht wird. Weiter geht’s am 1. Advent mit dem Gastspiel in Berlin (01.12.; 15:00 Uhr), sieben weitere Spieltage folgen allein im Dezember. Der Jahresendspurt hat’s in sich.
 Stimmen und Stats
 
Saša Filipovski | Headcoach FIT/One Würzburg Baskets: „Zunächst habe ich mich zu bedanken: Ich sage herzlichen Dank und bin glücklich und bewegt, dass Coach John Patrick und die ganze Ludwigsburger Organisation – nachdem wir drei Stunden gebraucht haben, um von Würzburg hierher zu kommen und rechtzeitig zu sein – haben sie zugestimmt, was sie nicht hätten tun müssen, dass das Spiel 15 Minuten später beginnen kann. Das ist wichtig: Ich gebe ein großes Lob an diese Organisation und diesen Coach, weil wir erst um 17:30 Uhr hier waren. Zum Spiel: Beide Teams spielen eine intensive Verteidigung, es war hart und intensiv. Am Ende waren wir das glücklichere Team, das gewonnen hat. Sie [Ludwigsburg] haben drei sehr gute Spieler, sehr gute Werfer vermisst. Ich wünsche ihnen schnelle Genesung. Glücklich bin ich für meine Mannschaft, wir haben in der letzten Woche hart trainiert und uns die ganze Woche vorbereitet. Es war schwierig, unsere Pläne umzusetzen und zu spielen, da sie wirklich tough sind. Danke an unsere Fans, danke, noch einmal, an die Menschen aus Ludwigsburg. Ich wünsche alles Gute für die Zukunft.“
 

 
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg: „Gratulation an Sasa [Filipvski], Kreso [Lončar | Manager Sport, Scouting & Teamorganisation] und die Würzburger Mannschaft. Es ist immer besonders, Sasa zu sehen. Wir haben uns in den 90er-Jahren kennengelernt, als wir beide sehr jung waren und Coaching-Clinics in Europa besucht haben. Wir haben mehrfach gegeneinander gecoacht. Es freut mich [für ihn], dass Würzburg eine so starke Saison spielt. Bei uns war es genau das Gegenteil zu Mittwoch. Wir wurden dominiert beim Rebound [22:40]. Man kann sehen [Zac] Seljaas und [Owen] Klassen mit Plus-Minus-Werten von +21 und +17. Unsere Center haben derweil insgesamt zwei Rebounds geholt. Die [Würzburger] haben mehr Offensivrebounds geholt als wir Defensivrebounds geholt haben. Ich glaube, das war der Hauptgrund, weshalb wir verloren haben. Zudem: Ich weiß nicht, wie hart wir in der zweiten Halbzeit waren. Wir haben viele freie Bälle nicht geholt, viele 50:50-Situationen nicht für uns entschieden. Deswegen hat Würzburg den Sieg geholt. Auch ohne Jake [Patrick], ohne Jarred [Ogungbemi-Jackson], ohne Yorman [Polas Bartolo] haben wir im Laufe der Woche gezeigt, dass wir stark spielen können … Ich denke, dass die Pause uns gut tun wird. Nochmals: Glückwunsch an Würzburg zum verdienten Sieg.“
 
Für Ludwigsburg spielten: Deane Williams 21 Punkte, Ezra Mañjon 18, Justin Simon 14 / 6 Rebounds, Joel Scott 12, Kellan Grady 10, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Johannes Patrick 3, Hunter Maldonado, Julis Baumer und Brandon Tischler.
 
Für Würzburg spielten: Jhivvan Jackson 20 Punkte / 5 Rebounds, Zac Seljaas 19 / 6, Mike Lewis II 11, Mike Davis Jr. 11, Bazou Koné 10, Nelson Phillips 8, Owen Klassen 6 / 7, Fabian Bleck 4, Hannes Steinbach 2 und Maxi Ugrai.

Bildnachweis: Sascha Walther / Eibner / Stuttgart Inside
 
 

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