24. Mai 2025 / Sport

Angeberwissen zum DFB-Pokalfinale - Gewicht, Rekordverlierer und Rispengras

Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, weiß jeder. Auch dass sich dieses Jahr Drittligist Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart im Finale gegenüb

Veröffentlicht am 24. Mai 2025 um 08:00 Uhr

Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, weiß jeder. Auch dass sich dieses Jahr Drittligist Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart im Finale gegenüber stehen, sollte inzwischen bekannt sein. Doch mit diesem Angeberwissen kann man noch punkten.

Der Pokal hat Idealgewicht
52 Zentimeter ist er hoch, der DFB-Pokal - und 6,25 Kilogramm schwer. Das ergibt einen Body-Mass-Index von rund 22 und ist, als hätte es daran Zweifel gegeben, ideal. Wobei das wohlgemerkt nur im Regel-Zustand gilt. Bei einem Fassungsvermögen von acht Litern kann die Reise schnell Richtung Adipositas Grad drei gehen (schlecht!).
 
Gefertigt ist der Pott aus feuervergoldetem Sterlingsilber. Verziert mit Turmalinen, Bergkristallen und Nephriten. Entworfen wurde er vom damals 38-jährigen Kölner Wilhelm Nagel, einem Vertreter der klassisch-modernen Goldschmiedekunst, der schon 1949 als Student an der Umsetzung der Meisterschale mitgewirkt hatte. 1991 wurde der Pokal übrigens um fünf Zentimeter erhöht, weil der Platz für die Gravur der siegreichen Mannschaften ausgegangen war. Nach aktuellem Stand besteht genügend Fläche, um noch bis 2030 die aktuellen Sieger eintragen zu können - sofern sich nicht ausgerechnet die SG Sonnenhof Großaspach ab nächstem Jahr zum Seriensieger mausert.

Rekord-Verlierer
DFB-Rekordsieger ist - natürlich, natürlich - das Streberraumschiff Bayern München. 20 Mal ging der Pokal an die Säbener Straße. Hätte man auch gleich anfangen können, hinter dem Vereinsnamen eine Strichliste anzulegen. So aus Platzgründen. Viel interessanter für ein bisschen Angeberwissen ist aber, dass es auch eine Art Rekordverlierer gibt. Denn keine Mannschaft hat mehr DFB-Pokalspiele verloren als der Hamburger SV - 71, um genau zu sein. Das einzige Team, das zumindest in der regulären Spielzeit von 90 Minuten überhaupt noch nie ein DFB-Pokalspiel verloren hat, obwohl es zwei absolviert hat, ist hingegen Bergmann-Borsig Berlin. Im August 1991 siegten die Berliner gegen den SC Freiburg (2:1). Im September 1991 hieß es nach der regulären Spielzeit gegen den Hamburger SV II 1:1. Im Elfmeterschießen siegten dann aber die Hanseaten.

Ein Drittligist im Finale?!?! Alter Hut!
Während man in Bielefeld und um den ortsansässigen Fußballklub Arminia herum seit dem Finaleinzug gern einmal so tut, als stünde man im Epizentrum des größten Fußballmärchens seit immer, kann man in Berlin und Brandenburg nur müde lächeln über die Underdog-Euphorie made in Ostwestfalen-Lippe. Hertha BSC II (1993), Energie Cottbus (1997) und Union Berlin (2001) standen allesamt als Drittligisten im Finale von Berlin (und verloren).

Grasqualität
Lange Zeit setzte man im Berliner Olympiastadion auf Wiesen-Rispengras, auch bekannt als Poa pratensis. Das Süßgras aus der Gruppe der Commeliniden gilt als besonders trittfest und belastbar. Was lustig ist, weil der Rasen im Berliner Olympiastadion lange Zeit als vieles galt, aber ganz sicher nicht als besonders belastbar. Inzwischen aber ist ein sogenannter Hybridrasen verlegt, bei dem eine italienische Firma mittels "Stitching" Kunststofffäden in den Rasen eingearbeitet hat. Mit Erfolg: Bei der EM 2024 in Deutschland wurde das Berliner Geläuf vom europäischen Fußballverband Uefa als das beste des gesamten Turniers gewählt.

Berlin, Berlin, wir …
51 Mal musste Hertha BSC in DFB-Pokalspielen in die Verlängerung. Rekord!

Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich bis auf Weiteres
Sollte es im Finale zwischen Bielefeld und Stuttgart weder nach 90 noch nach 120 Minuten einen Sieger geben, entscheidet bekanntlich das Elfmeterschießen. Und weil die Frage dann ganz sicher aufkommt, hier die Antwort: Das längste Elfmeterschießen des DFB-Pokals lieferten sich im August 1995 der damalige Regionalligist SV Sandhausen und der VfB Stuttgart. Sandhausen siegte nach insgesamt 25 verwandelten Elfmetern mit 13:12.

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