Landtagswahl 2026: Handwerk fordert klare Weichenstellungen vom Land
Stuttgart. Das Handwerk in der Region Stuttgart bleibt ein zentraler Stabilitätsfaktor – steht aber zunehmend unter Druck. Zwar ist die Zahl der Betriebe 2025 auf einen neuen Höchststand von 33.256 gestiegen, doch strukturelle Probleme trüben die Bilanz. Mit Blick auf die Landtagswahl 2026 fordert Handwerkskammer-Präsident Rainer Reichhold entschlossenes politisches Handeln.
Treiber des Wachstums sind vor allem die zulassungsfreien Gewerke, die um 9,8 Prozent auf 9.643 Betriebe zulegen konnten. Gleichzeitig schrumpft der Bereich der meisterpflichtigen Betriebe um 1,4 Prozent auf 19.939 Unternehmen. Besonders betroffen ist erneut das Bau- und Ausbaugewerbe, das 161 Betriebe verloren hat – darunter viele Fliesenleger, Stuckateure und Maurer. Leichte Lichtblicke gibt es bei Elektrotechnikern, SHK-Betrieben und Konditoren.
„Existenzgründungen allein reichen nicht“
„Wir erleben ein Handwerk, das sich trotz schwieriger Wirtschaftslage behauptet. Aber da geht noch mehr“, so Reichhold bei der Jahrespressekonferenz der Handwerkskammer. Viele Betriebe hielten sich mit Investitionen zurück, die Marktlage bleibe angespannt. Gerade mit Blick auf geplante Investitionen von Land und Kommunen brauche es dringend eine wirtschaftliche Erholung – vor allem im Bau.
Klare Forderungen an die Landespolitik
Zur Landtagswahl 2026 formuliert das Handwerk deutliche Erwartungen an die künftige Landesregierung:
Wirtschaftsstandort stärken: Abbau von Bürokratie, schnellere Verwaltungsverfahren und Investitionen in Verkehr, Stromnetze und Breitband. Öffentliche Aufträge sollen mittelstandsfreundlich vergeben werden.
Fachkräfte sichern: Besonders im Bau, in der Elektro- sowie der SHK-Branche fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Reichhold fordert eine stärkere Fachkräfteoffensive sowie bessere Kinderbetreuung, um Arbeit und Betriebsübernahme zu erleichtern.
Corona-Soforthilfen zurückzahlen: Bereits geleistete Rückzahlungen sollen unkompliziert und zügig erstattet werden – noch in dieser Legislaturperiode.
Handwerk bereit – Politik in der Pflicht
„Das Handwerk steht bereit, wenn es um Klimawende, Energieeffizienz und moderne Infrastruktur geht“, so Reichhold. „Jetzt braucht es eine Landespolitik, die Zuversicht schafft und verlässliche Rahmenbedingungen liefert.“
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Bildunterschrift (PM001): Rainer Reichhold (l.), Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, und Peter Friedrich (r.), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, fordern mit Blick auf die Landtagswahl 2026 entschlossenes politisches Handeln. (Foto: HWK Region Stuttgart)

