Volbeat begeistern in der Schleyerhalle – mit Bush und Witch Fever
Die dänische Heavy-Metal-Band Volbeat hat in der nahezu ausverkauften Schleyerhalle ein energiegeladenes Konzert gespielt und dabei sowohl ältere als auch jüngere Fans mitgerissen. Unterstützt wurde der Headliner von der britischen Rockband Bush und den Newcomerinnen Witch Fever aus Manchester.

Witch Fever eröffneten den Abend mit einem kurzen, intensiven Set, das durch Elemente aus Post-Punk, Dark Wave sowie Anklänge an Metal und Grunge geprägt war. Ihre Musik wirkte wie eine Verdichtung von Wut und gesellschaftlicher Kritik. Am Ende ihres Auftritts solidarisierten sich die Musikerinnen mit Menschen in verschiedenen Krisenregionen und verabschiedeten sich abrupt, ohne Raum für langanhaltenden Applaus.

Anschließend präsentierten Bush eine stilistisch vielschichtige Show. Obwohl die Band in den 1990er-Jahren vorschnell dem Grunge zugeordnet wurde, zeigte der Auftritt ihre musikalische Bandbreite. Der Gesang von Frontmann Gavin Rossdale bewahrte seine charakteristische Mischung aus rauer Tiefe und klarer Höhe, während Gitarrenflächen und Schlagzeugspiel für ein druckvolles Fundament sorgten. Das Publikum reagierte zunächst verhalten, ehe Rossdale im letzten Drittel der Darbietung den direkten Kontakt suchte und sich seinen Weg durch die Zuschauer bahnte.

Volbeat setzten als Headliner auf Tempo und Spielfreude. Bereits zum Auftakt unterstrichen großflächige Projektionen mit klischeehaften Horrormotiven den theatralischen Charakter des Konzerts. Die Band kombinierte melodisch eingängigen Metal mit Anleihen bei Rock ’n’ Roll, Country und Blues. Sänger Michael Poulsen verband musikalische Einflüsse mit augenzwinkernden Verweisen auf Johnny Cash, dessen Songs als Inspiration für eigene Stücke dienten. Politische Botschaften blieben zurückhaltend und wurden auf symbolische Ebenen reduziert. Einen besonderen Akzent setzte die Einladung mehrerer Kinder auf die Bühne, wodurch Volbeat die nächste Generation von Fans direkt in ihre Show einbezog.
Die Zusammenstellung des Abends erwies sich als reizvolle Kombination unterschiedlicher Ansätze: die düstere Wucht von Witch Fever, die Vielschichtigkeit von Bush und die energiegeladene Unterhaltung von Volbeat. Gemeinsam formten sie ein Konzertprogramm, das Gegensätze produktiv vereinte und die Vielfalt moderner Rockmusik auf eindrucksvolle Weise präsentierte.
Fotocredits Ralf Alten Stuttgart Inside

