Konzertbericht „Eurythmics“ am 2.8.2025 in Regensburg.
Vor circa 600 Besuchern im nicht einmal zur Hälfte gefüllten Audimax in Regensburg trat heute Dave Stewart zusammen mit Vanessa Amorosi und vier jungen Musikerinnen unter dem Namen „EURYTHMICS“ auf.
Ich bin ein großer Fan dieser Band und in den aktuellen Kritiken stand, dass Vanessa Amorosi die leider nicht mehr verfügbare Annie Lennox gut ersetzen würde. Also haben wir die zweimal knapp 100 € investiert und uns auf den Weg nach Regensburg gemacht.
Ob es daran lag, dass die Halle eher spärlich gefüllt war, oder ob Dave aus anderen Gründen nicht wirklich motiviert war, oder ob Vanessa Amorosi einfach die falsche Sängerin ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wurden zumindest wir mit dem Konzert nicht wirklich warm (manchen ging es wohl ähnlich - andere haben danach positiver berichtet).
Die Musik der EURYTHMICS läuft ja auch unter dem Oberbegriff Plastik-Pop, und genau so sollten viele der Songs dieser Band meiner Ansicht nach klingen: glatt, nüchtern und mit messerscharfen Vocals.
Amorosie hat eine sehr gute Stimme, aber für meinen Geschmack zu viel Rock bzw. Soul – auf jeden Fall nicht „steril“ genug für diese Musik. Dazu kam, dass vor allem die Gitarre von Dave zu stark in den Vordergrund gemischt wurde und die Band insgesamt den gesamten Sound zu rockig gestaltet und zu sehr „verwaschen“ hat (was an sich nicht schlecht sein muss – aber eben nicht zu dieser Musik passt).
Generell haben sie für unseren Geschmack zu viele der rockigen bzw. eher unbekannte Sachen gebracht. Und das Ganze noch - völlig unbegreiflich - mit 2 Coverversionen von den Rolling Stones bzw. Bob Dylan ergänzt. Dafür hat er Vanessa Amorosi nicht erlaubt, ihren einzigen Hit („absolutly everybody“) zu bringen.
Dave hat zwischendurch irgendwelche weitgehend unverständlichen Moderationen genuschelt, bzw. hat teilweise die damit vollkommen überforderte Keyboarderin eingebunden, um seine Sprüche auf Deutsch zu übersetzen. So hat er sich beschwert, dass dies nach 90 Konzerten die erste Location sei, in der die Leute sitzen (bisschen erstaunlich, dass sein Management ihm das offenbar nicht gesagt hat). Er war offenbar auch irgendwie nicht glücklich mit der Reaktion des Publikums auf die sehr rockigen Sachen am Anfang des Konzerts , denn nach dem dritten Stück hat er angedroht, das Konzert in Akustikversion zu Ende zu bringen (vermutlich fühlte er seine E-Gitarren Soli nicht ausreichend gewürdigt?).
Dabei fand ich, dass die paar Leutchen, die da waren, überraschend gute Stimmung gemacht haben – keine Ahnung, was ihn da so genervt hat. Dass es erbärmlich leer war – dafür können ja die Anwesenden nichts. Ganz im Gegenteil – das sind ja die letzten Mohikaner, die noch bereit waren, die Tickets für ihn zu kaufen. Also sollte man die doch besonders pfleglich behandeln, und nicht auch noch bestrafen?
Die „Lightshow“ war extrem sparsam gehalten und komplett hinter der Band aufgebaut (die paar Deckenstrahler vor der Bühne waren statisch auf Dauerlicht). Ich habe nichts gegen „Blinder“. Aber bitte als kurzen Effekt. Und nicht als minutenlange Dauerbeleuchtung, die einen halbblind zurücklässt.
Insgesamt ich muss gestehen, dass ich mir zwischendurch überlegt habe, ob es nicht besser wäre, einfach zu gehen.
Diese Frage hatte sich dann allerdings relativ schnell erübrigt, denn nach 75 Minuten verließ die Band die Bühne. Und statt der erhofften Zugabe ging das Saallicht an.
Nun, so kann man seine Fans auch vergraulen
Setlist

Einige Infos zum Künstler:
Die Eurythmics sind ein britisches Pop-Duo, das zwischen 1981 und 1999 Alben veröffentlichte und erfolgreich in den Charts vertreten war. Weltweit konnte es bisher rund 80 Millionen Tonträger verkaufen.
Die Band bestand bzw. besteht aus den beiden Mitgliedern Annie Lennox und David A. Stewart, die zuvor privat liiert waren
Anfang 1983 erschien Sweet Dreams (Are Made of This) mit den Singles Love Is a Stranger und Sweet Dreams (Are Made of This), das ein kommerzieller Erfolg wurde. Ende 1983 folgte das Album Touch; die daraus veröffentlichten Singles Who’s That Girl?, Right by Your Side und Here Comes the Rain Again setzten den Anfangserfolg fort. Die im Frühjahr 1985 erschienene Langspielplatte Be Yourself Tonight enthält Duette mit Aretha Franklin (Sisters Are Doin’ It for Themselves) und Elvis Costello (Adrian). Das Lied There Must Be an Angel (Playing with My Heart), auf dem Stevie Wonder Mundharmonika spielt, wurde ein internationaler Erfolg.
Die Mitte 1986 herausgebrachte LP Revenge enthielt mit Thorn in My Side (Platz fünf in den britischen Charts) den für lange Zeit letzten Single-Top-Ten-Hit des Duos. Im Herbst 1987 erschien das Album Savage, das fast ausschließlich mit Synthesizern eingespielt wurde. Im Anschluss betätigte sich Stewart als Produzent u. a. für Tom Petty, Jon Bon Jovi und Bob Dylan, während Lennox eine Schauspielkarriere verfolgte. Im Herbst 1989 erschien das Album We Too Are One, das in Großbritannien Platz eins der Charts belegte, sonst aber weniger erfolgreich war. Das Duo erklärte daraufhin die Zusammenarbeit für „vorerst beendet“.
Nach zehnjähriger Pause fanden die beiden 1999 für das Album Peace wieder zusammen. Die Gewinne der anschließenden Tour (Peacetour) spendeten sie Greenpeace und Amnesty International. Das Album und die Single I Saved the World Today verkauften sich gut. Lennox und Stewart gingen ab 2000 dennoch künstlerisch wieder getrennte Wege.
Annie Lennox sagte 2009, dass es keine Wiedervereinigung der Eurythmics mehr geben werde. https://de.wikipedia.org/wiki/Eurythmics
Aus 2008 - das einzige mir bekannte Foto, das mich mit einem echten Promi zeigt. Und dann muss es ausgerechnet Dave Stewart von den Eurythmics sein, den auf diesem Bild natürlich kein Mensch erkennt ....

Steffen Eifert (www.mrmac.de)
Fotocredit: Steffen Eifert, Konzertplakat

