Dick Brave (aka Sasha) beim „Winterbacher Zeltspektakel“
Dick Brave ist das Rockabilly-Alter Ego des deutschen Sängers Sasha, der mit seiner Band bekannte Pop- und Rock-Hymnen im Retro-Stil neu interpretiert. Sasha schuf die Kunstfigur Anfang der 2000er Jahre und feierte 2003 (wie er sagte, zu seienr eigenen Überraschung) mit den Rockabilly-Versionen bekannter Hits auf seinem Debütalbum Dick This! große Erfolge.
Im Januar 2026 veröffentlichte er das neue Doppelalbum Back for Good und tourt seitdem mit seiner Mischung aus Rockabilly-Energie, Vintage-Charme und modernem Augenzwinkern live durch Deutschland

Neben diversen „echten“ Oldies gab es beim Konzert u.a. Rockabilly-Versionen von Back for good, I’m still standing, The winner takes it all, What’s love got to do with it, Shake it off, Take on me (und ja – er trifft hier auch die Hohen Töne sehr sauber), Just can´t get enough und Black or white. Und als Zugabe eine Balladenversion von Enjoy the silence.

Hochkultur ist das nicht gerade, aber der Sasha singt schon verdammt gut und er ist ein begnadeter Entertainer, der mit viel Herzblut bei der Sache zu sein scheint. Begleitet wird er von 4 exzellenten Musikern (Kontrabass, Gitarre, Klavier, Schlagzeug), die bei diversen Soli zeigen, was sie draufhaben.
Bisschen schade war, dass viele seiner zahlreichen Ansagen nur sehr schwer zu verstehen waren. Da „Dick Brave“ ja als Kunstfigur aus Kanada kommt, knödelt er in einem deutsch -englischen Kauderwelsch, und wenn dann die Tiefen zu sehr ausgesteuert sind, dann ist das leider oft kaum mehr verständlich.
Krass war die „Lightshow“: ich glaube, ich habe noch nie einer Konzert erlebt, bei dem nicht ein einziges Mal ein buntes Licht im Einsatz war. Es leuchtete mal der ganze „DICK“-Schriftzug im Hintergrund, mal nur einzelnen Buchstaben, und ab und zu waren ein paar weiße Spots an – aber das war es auch schon. Und es war gut so.
Lobend erwähnen sollte man auch die Begeisterungsfähigkeit des dortigen Publikums! Da können sich die Stuttgarter tatsächlich noch eine dicke Scheibe abschneiden. Ich weiß nicht, ob es von der außerhalb Stuttgarts fest verankerten Kultur des „Freestyle“-Tanzens kommt – aber es war faszinierend zu sehen, wie synchronisiert das alles aussah. Kaum hebt auf der Bühne einer die Arme, haben schlagartig 3000 Gäste auch die Arme oben. Und selbst die Vorgruppe „Stereolines“, der größter Hit keine 3000 Aufrufe bei Spotify hat, wurde in einer Weise gefeiert, dass bei uns manch ein Haupt-Act neidisch sein dürfte …
Dick Brave wurde auf jeden Fall durch den tosenden Applaus zu einer 2. Zugabe „gezwungen“, so dass die Fans alles in allem rund 2 Stunden seiner Musik genießen durften.
Alles in allem ein sehr kurzweiliges und feines „Gute-Laune“-Konzert!
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Noch ein paar Informationen zum „Winterbach Zeltspektakel“

Das Winterbach Zeltspektakel ist ein weit über das Remstal hinaus bekanntes Kultur- und Musikfestival in Winterbach, das durch seine Kombination aus Weltstars und familiärer, rein ehrenamtlicher Atmosphäre besticht und bei jeder Auflage mehrere Zehntausend Besucher anzieht.
Das erste Zeltspektakel in Winterbach fand 1995 statt. In den folgenden Jahren wurde das Festival alle zwei bis vier Jahre wiederholt, seit 2007 findet es regelmäßig im zweijährigen Rhythmus statt. Von anfänglich drei Tagen wurde das Festival auf inzwischen acht Tage erweitert. Veranstalter ist nach wie vor die Kulturinitiative Rock – Winterbach e. V., unterstützt von regionalen Sponsoren und rund 500 ehrenamtlichen Helfern.
Veranstaltungsort an der Bundesstraße B29 ist ein jeweils eigens dafür aufgebautes Zirkuszelt auf einer Wiese an der Rems, die zum Areal des Versandhandelsunternehmens Peter Hahn gehört. Daneben gibt es einen großen Außen-Biergarten mit über 2.500 Sitzplätzen, der ohne Konzertticket frei zugänglich ist und wo regionale Bands täglich auf einer eigenen, kostenlosen Biergartenbühne spielen.
Zu Essen gibt es dort schwäbische Klassiker, vegetarische und vegane Speisen regionaler Anbieter.
1995 startete das „Winterbach Zeltspektakel“ mit den Gästen: Die Kleine Tierschau, die Moody Marsden Band und Mothers Finest. Seitdem traten unter anderem folgende Künstler in Winterbach auf: Joe Cocker, Deep Purple, Status Quo, Steve Hackett, James Blunt, Rag ’n‘ Bone Man, Seal, Fury in the Slaughterhouse, Beth Hart, Dropkick Murphys, Hubert von Goisern, Supertramp’s Roger Hodgson, John Fogerty, LaBrassBanda, Dieter Thomas Kuhn, Jan Delay, Joss Stone, Anastacia, Amy Macdonald, Golden Earring, The Hooters, Uriah Heep, Patti Smith, Jethro Tull, Procol Harum, Gotthard, Foreigner, Gerhard Polt, Simple Minds, Steve Lukather, Gianna Nannini, Steve Winwood, Joe Bonamassa, BAP, Gary Moore, Haindling, Candy Dulfer, Maceo Parker, ASIA, Roger Cicero und BAP.

Was man sich merken sollte: die Sitzplätze sind nicht nummeriert – d.h. freie Platzwahl. Die Profis unter den Besuchern stürmen daher sofort nach Öffnung des Zeltes rein, legen ihre Jacken auf die guten Plätze und setzen sich erst dann in den Biergarten. Wer erst 30 Minuten vor Konzertbeginn reingeht, wird also irgendwo am Rand sitzen müssen

Wer eher auf deutsche Schlager steht: am 21. August ist die nächste mr. mac’s-Schlagerparty mit DJ Manfred im Perkins Park.

Steffen Eifert
Fotocredits: Steffen Eifert

