Wie fahrradfreundlich ist Stuttgart? ADFC startet großen Fahrradklima-Test
Radwege, Sicherheit und Verkehrspolitik auf dem Prüfstand: Seit dem 1. September können Radfahrerinnen und Radfahrer bundesweit ihre Städte und Gemeinden bewerten. Erstmals gibt es auch eine eigene Befragung für Kinder und Jugendliche.
Wie fahrradfreundlich ist Stuttgart wirklich? Wie sicher fühlen sich Menschen auf dem Fahrrad, wie gut sind die Radwege und wo besteht noch Nachholbedarf? Antworten darauf soll der ADFC-Fahrradklima-Test 2026 liefern. Die bundesweite Befragung ist am 1. September gestartet und läuft noch bis zum 30. November.
Zum inzwischen zwölften Mal können Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Erfahrungen aus dem Alltag einbringen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Zustand und die Breite der Radwege, das Sicherheitsgefühl, die Fahrradnutzung sowie die Frage, ob das Radfahren am eigenen Wohnort als angenehm oder eher als stressig empfunden wird.
Erstmals eigene Umfrage für Kinder und Jugendliche
Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr: Der ADFC richtet erstmals eine eigene Befragung an Kinder und Jugendliche. Gerade für junge Menschen sind sichere Wege besonders wichtig, wenn sie selbstständig mit dem Fahrrad zur Schule, zum Sport oder in der Freizeit unterwegs sein möchten.
Mit der zusätzlichen Perspektive will der ADFC herausfinden, welche Erfahrungen junge Radfahrerinnen und Radfahrer machen, wo sie Probleme sehen und welche Veränderungen notwendig wären, damit noch mehr Kinder und Jugendliche gerne und sicher mit dem Fahrrad unterwegs sind.
27 Fragen in rund zehn Minuten
Die Teilnahme am Fahrradklima-Test erfolgt online. Die Befragung umfasst 27 Fragen und dauert etwa zehn Minuten.
Je mehr Menschen aus einer Stadt oder Gemeinde teilnehmen, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis. Beim vergangenen Fahrradklima-Test beteiligten sich bundesweit rund 213.000 Menschen. In Baden-Württemberg waren es fast 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Insgesamt erreichten im Land 172 Kommunen die erforderliche Mindestzahl an Teilnahmen. Damit wurden rund 58 Prozent der Bevölkerung abgedeckt.
Auch die Kommunen werden bewertet
Der Fahrradklima-Test besteht 2026 aus drei verschiedenen Befragungen. Neben den Erfahrungen der Radfahrerinnen und Radfahrer sowie der neuen Jugendbefragung werden auch die Kommunen selbst einbezogen.
Städte und Gemeinden können darstellen, welche Maßnahmen sie bereits zur Förderung des Radverkehrs umsetzen. So soll ein umfassenderes Bild der Situation vor Ort entstehen – aus Sicht der Bevölkerung, der jungen Radfahrerinnen und Radfahrer sowie der Kommunen.
Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2026 sollen im Frühjahr 2027 veröffentlicht werden. Dann wird auch das bundesweite Ranking der fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden vorgestellt.
Jetzt mitmachen
Wer wissen möchte, wie Stuttgart und andere Kommunen im bundesweiten Vergleich abschneiden, kann selbst zur Datengrundlage beitragen. Die Teilnahme am ADFC-Fahrradklima-Test ist bis zum 30. November 2026 möglich.
Die Befragung ist online unter fkt.adfc.de/befragung erreichbar.
Der ADFC Baden-Württemberg ruft zudem dazu auf, den Fahrradklima-Test im persönlichen Umfeld, in Vereinen und am Arbeitsplatz bekannt zu machen. Die Kampagne wird durch das Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.
Text: M.C. Alten-Siegl
Fotocredits: ADFC

