Nächtliche Heimfahrt mit Bus und Bahn bleibt vielerorts eine Herausforderung – Stuttgart überzeugt im ADAC-Test
Am Wochenende spät nachts mit Bus und Bahn nach Hause fahren – nicht in jeder deutschen Großstadt ist das einfach und zuverlässig möglich. Der ADAC hat erstmals das nächtliche ÖPNV-Angebot in 20 Städten untersucht. Ergebnis: Während rund die Hälfte der Städte einen guten bis sehr guten Service bietet, bleibt die Heimfahrt in anderen Regionen kompliziert. Stuttgart schnitt mit der Gesamtbewertung „gut“ ab.
Für die Untersuchung analysierte der Automobilclub 100 Verbindungen von den Innenstädten in fünf Umlandgemeinden mit jungem Bevölkerungsschwerpunkt. Getestet wurde an einem Samstagabend in zwei Zeitfenstern: zwischen 23.30 und 0.30 Uhr – relevant vor allem für Jugendliche unter 18 – sowie zwischen 23.30 und 2.30 Uhr.
Stuttgart: Schwaches Angebot vor Mitternacht, deutlich besser danach
In Stuttgart starteten die Testfahrten am Schlossplatz, Zielorte waren Kornwestheim, Fellbach, Esslingen, Echterdingen und Gerlingen. Zwischen 23.30 und 0.30 Uhr standen teils nur wenige Verbindungen zur Verfügung: etwa eine nach Kornwestheim oder Esslingen, während Fellbach mit sieben Fahrten am besten erreichbar war. Die Reisezeit lag zwischen 19 und 37 Minuten. Häufig waren Umstiege nötig, nur nach Gerlingen gab es eine Direktverbindung.
Deutlich besser war das Angebot nach Mitternacht: Zwischen 0.30 und 2.30 Uhr fanden Nachtschwärmer für alle Ziele mindestens vier Verbindungsmöglichkeiten. Kritik äußerte der ADAC jedoch an der elektronischen Fahrplanauskunft: Nach 1 Uhr wurden dort keine Fahrten mehr nach Fellbach angezeigt – obwohl diese laut Linienfahrplan existierten.
Spitzenreiter und Schlusslichter
Besonders positiv bewertete der ADAC die nächtliche Anbindung in Augsburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt und Hannover. Am anderen Ende der Skala lagen Lübeck, Osnabrück und Potsdam mit eingeschränktem Angebot sowie Erfurt mit besonders lückenhafter Anbindung ans Umland.
Neben der Taktung bewertete der ADAC auch Kriterien wie Umstiegszahlen, Reisegeschwindigkeit und Fußwege von Haltestellen.
ADAC rät: Vor Fahrtantritt Verbindungen prüfen
Der Automobilclub empfiehlt Nachtschwärmern, vor Fahrtantritt aktuelle Fahrplanänderungen wie Umleitungen oder Ersatzverkehr zu beachten. Sinnvoll sei es außerdem, mehrere Informationsquellen zu nutzen – etwa ÖPNV-Apps, Homepages oder Navigationsdienste – und unterschiedliche Kombinationen von Start- und Zielhaltestellen auszuprobieren.
Fotocredits: ADAC Presse

