Vorsicht in der Erntezeit: Große Landmaschinen sorgen für gefährliche Begegnungen
Die Erntezeit bringt nicht nur volle Felder, sondern auch besondere Gefahren auf den Straßen. Gerade in ländlichen Regionen müssen Autofahrer aktuell mit langsamen, schweren und teilweise überbreiten Landwirtschaftsfahrzeugen rechnen. Treffen Mähdrescher, Traktoren oder Anhänger auf den schnellen Pkw-, Lkw- und Motorradverkehr, können gefährliche Situationen entstehen.
„Während der Erntesaison ist in allen ländlichen Gebieten eine besonders vorsichtige Fahrweise gefragt“, warnt Unfallforscher Andreas Schäuble von DEKRA. Schon bei einer Kollision mit einem Mähdrescher oder Traktor können bei Geschwindigkeiten von 60 bis 70 km/h schwerste Verletzungen drohen.
Überraschende Begegnungen auf Landstraßen
Besonders an Kurven, Kuppen, Einmündungen und Kreuzungen ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Wenn plötzlich ein beladener Traktor aus einem Feldweg kommt oder ein Mähdrescher auf die Fahrbahn einbiegt, bleibt oft nur wenig Zeit zum Reagieren.
Die Empfehlung der Experten: Geschwindigkeit reduzieren, aufmerksam fahren und Ablenkungen vermeiden.
Gefahr bei Dunkelheit und Dämmerung
Während der intensiven Erntephase sind viele landwirtschaftliche Fahrzeuge bis spät in die Nacht unterwegs. Nicht immer sind sie gut sichtbar – verschmutzte oder verdeckte Leuchten können die Erkennbarkeit zusätzlich beeinträchtigen.
Landwirte sollten deshalb auf funktionierende und gut sichtbare Beleuchtung achten. Autofahrer wiederum sollten gerade in der Dämmerung besonders vorausschauend fahren.
Überholen kann lebensgefährlich werden
Auch Überholmanöver bergen Risiken. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn ein landwirtschaftliches Fahrzeug während des Überholens plötzlich nach links in einen Feldweg abbiegt.
Bei unklarer Verkehrslage oder zu geringem Sicherheitsabstand sollte auf ein Überholen verzichtet werden. Wer überholt, sollte das Manöver möglichst durch kurzes Hupen ankündigen.
Verschmutzte Straßen erhöhen Unfallgefahr
Während der Erntezeit können Straßen durch Erde, Sand oder Pflanzenreste verschmutzt sein. Besonders bei Regen oder Tau entstehen dadurch rutschige Fahrbahnabschnitte, die den Bremsweg verlängern und die Schleudergefahr erhöhen.
Die Experten raten zu einem größeren Sicherheitsabstand, angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Bremsbereitschaft. Denn Crashtests zeigen: Bei Zusammenstößen mit den massiven Erntefahrzeugen haben Pkw-Insassen trotz moderner Sicherheitssysteme kaum Chancen.
Die wichtigste Regel in der Erntezeit: Mit Überraschungen rechnen und lieber einmal mehr vom Gas gehen.
Fotocredits: DEKRA Info

