Brückensperrungen in Esslingen und Besigheim: ADAC fordert mehr Tempo bei Sanierungen
Die jüngsten Sperrungen der Adenauerbrücke in Esslingen und der Neckarbrücke in Besigheim zeigen, wie dringend Baden-Württemberg seine Brückeninfrastruktur modernisieren muss.
Kurzfristige Brückensperrungen können für Pendler, Anwohner, Unternehmen und Rettungsdienste schnell zum Verkehrsproblem werden. Staus, Umwege, Zeitverluste und zusätzliche Belastungen sind die Folge. Der ADAC Württemberg fordert deshalb deutlich mehr Tempo bei Sanierung und Ersatzneubau.
Besonders im Fokus steht die Adenauerbrücke an der L 1192 in Esslingen. Über das Bauwerk fahren täglich bis zu 30.000 Fahrzeuge. Die aktuelle Situation macht nach Ansicht des ADAC deutlich, dass stark belastete Brücken frühzeitig überprüft, saniert oder gegebenenfalls ersetzt werden müssen.
Auch die Neckarbrücke an der L 1115 in Besigheim ist bereits im priorisierten Bedarf des Verkehrsministeriums enthalten. Für den ADAC sind solche Priorisierungen ein wichtiger Schritt – entscheidend sei jedoch, dass auf die Planung möglichst schnell die Umsetzung folgt.
Der Mobilitätsclub begrüßt die von Ministerpräsident Cem Özdemir angekündigte Taskforce beim Verkehrsministerium. Sie könne helfen, Zuständigkeiten zu bündeln und bei besonders dringenden Projekten schneller voranzukommen. Runde Tische und Abstimmungen seien wichtig, müssten aber durch konkrete Zeitpläne, ausreichend Personal und gesicherte Finanzierung ergänzt werden.
Der ADAC Württemberg plädiert dafür, die Kapazitäten für Brückensanierungen und Ersatzneubauten deutlich auszuweiten. Statt bislang rund 180 Bauwerken sollten bis 2030 bis zu 400 Brücken saniert oder ersetzt werden. Dabei müssten auch verkehrswichtige kommunale Brücken stärker berücksichtigt werden.
Gleichzeitig sollte das Verkehrsmanagement bereits während der Planung eine größere Rolle spielen. Wo es technisch möglich ist, könnten beispielsweise zusätzliche Abstützungen, Lastbegrenzungen oder eine gezielte Verkehrslenkung helfen, Brücken länger sicher befahrbar zu halten. Auch Pkw-, Lkw- und ÖPNV-Routen sollten frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.
Für Michael Saur, Vorsitzender des ADAC Württemberg, sind Brücken zentrale Bestandteile der Mobilität und Wirtschaft. Ziel müsse es sein, Bauwerke rechtzeitig zu sichern und zu erneuern, damit kurzfristige Vollsperrungen möglichst vermieden werden.
Der ADAC sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf: Baden-Württemberg müsse sein Brückenerhaltungsprogramm ausweiten und Planung, Finanzierung und Bau deutlich beschleunigen. Denn jede vermiedene kurzfristige Sperrung bedeutet weniger Staus, geringere Umwege und eine verlässlichere Mobilität für die Menschen und Unternehmen im Land.
Text: Ralf Alten /ADAC
Fotocredits: ADAC Presse

