WM 2026: Deutschland bleibt Favorit – die große Titel-Euphorie fehlt jedoch
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gilt für viele Fans weiterhin als aussichtsreichster Kandidat auf den WM-Titel 2026. Von einer echten Aufbruchsstimmung wie bei früheren Turnieren ist Deutschland jedoch weit entfernt. Das zeigt die aktuelle WM-Studie der Universität Hohenheim.
Für die repräsentative Untersuchung befragte das Team um den Marketing-Experten Prof. Dr. Markus Voeth und Co-Studienleiter Julius Schmid zwischen Ende April und Anfang Mai 2026 insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland zu ihren Erwartungen an die Fußball-Weltmeisterschaft, ihrem Medienverhalten sowie zu Themen rund um Vermarktung und gesellschaftliche Auswirkungen des Turniers.
Zwar wird Deutschland von den Befragten am häufigsten als künftiger Weltmeister genannt, doch nur rund jede fünfte Person rechnet tatsächlich mit dem Titelgewinn. Mehr als die Hälfte erwartet dagegen das Aus der DFB-Elf spätestens im Viertelfinale.
Interesse an der WM steigt wieder
Nach dem vergleichsweise schwachen Interesse an der WM 2022 zeichnet sich 2026 eine Trendwende ab. Deutlich mehr Fans möchten wieder möglichst viele Spiele verfolgen und nicht nur die Partien der deutschen Mannschaft. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die gar keine WM-Spiele schauen wollen, deutlich zurückgegangen.
Von einer Rückkehr zur großen WM-Euphorie früherer Jahre kann jedoch noch keine Rede sein. Das allgemeine Interesse am Fußball bleibt zwar stabil, die Begeisterung für Weltmeisterschaften erreicht aber weiterhin nicht das Niveau vergangener Turniere.
Spanien und Frankreich rücken näher
Im Favoritenranking bleibt Deutschland zwar auf Platz eins, doch der Vorsprung schmilzt. Besonders Spanien und Frankreich werden von den Befragten zunehmend als ernsthafte Titelkandidaten gesehen. Titelverteidiger Argentinien gehört dagegen nur für wenige zu den Top-Favoriten.
Wirtz, Kimmich und Undav überzeugen die Fans
Bei den Spielern genießen vor allem Florian Wirtz, Joshua Kimmich und Deniz Undav hohes Ansehen.
Während Florian Wirtz die höchsten Sympathiewerte erreicht, wird Joshua Kimmich als stärkster Leistungsträger wahrgenommen. Ebenfalls positiv bewertet werden Kai Havertz, Leon Goretzka und Jonathan Tah.
Mehrheit unterstützt Nagelsmann
Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann erhält überwiegend Rückendeckung. Rund 43 Prozent der Befragten bewerten seine vorzeitige Vertragsverlängerung positiv. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Bevölkerung skeptisch oder unentschlossen.
Insgesamt fällt seine Bewertung jedoch besser aus als die seines Vorgängers Hansi Flick.
Skepsis gegenüber neuem WM-Format
Kritisch sehen viele Fans die Veränderungen rund um das Turnier. Das neue WM-Format mit mehr Mannschaften sowie zusätzliche Show-Elemente stoßen auf Zurückhaltung. Auch die Erwartungen an wirtschaftliche Impulse oder einen nachhaltigen Fußball-Boom in Nordamerika bleiben eher gering.
Fazit
Die Deutschen trauen der Nationalmannschaft bei der WM 2026 weiterhin einiges zu – die große Titelgewissheit früherer Jahre ist jedoch verschwunden. Zwischen Hoffnung und Skepsis blickt das Land auf das Turnier: Deutschland bleibt Favorit, aber längst nicht mehr unumstritten.
Fotocredits: Universität Hohenheim/ Jan Potente

