Der Preis des Wassers (Stuttgarter Weindorf)
Lassen die Deutschen sich in Punkto Tafelwasser/Mineralwasser von den Mineralbrunnen für dumm verkaufen?
Da das Thema Wasser um das Stuttgarter Weindorf aktuell die Gemüter beschäftigt haben wir zu diesen Themen auch mal recherchiert.
Es steht im Raum das Teinacher Mineralbrunnen aus dem Schwarzwald seine Monopol Stellung auf den Stuttgarter Weindorf zu ihrem Vorteil ausnutzt.
Wie berichtet, wird seit Jahren in den Lauben nur Premium Mineralwasser in Halbliter Flaschen zum Preis von 6,90 Euro verkauft bzw. ausgeschenkt. Das die allgemeine Preisstruktur vielen Weindorf Besuchern auf den Magen geschlagen ist, kann man aktuell in allen sozialen Medien erfahren. Steak 85 Euro, Wein ein Zehntel oder 0,1cl 12-15 Euro sind negative Auswüchse, die mit klassischem Weindorf nichts mehr zu tun haben. Das aber ein Grundnahrungsmittel wie Wasser zum Aufreger wird spiegelt den Unmut in der Gesellschaft wider. Wir haben uns mal alle öffentlich zugänglichen Daten und Fakten zur Preisgestaltung und Produktpalette von Teinacher Mineralbrunnen zusammengetragen.
Der Hauptunterschied liegt im Einsatzzweck, dem Vertriebskanal und dem Flaschendesign – der Inhalt ist jedoch identisch. (Quelle Google)
Sowohl das klassische Teinacher Mineralwasser (für den Handel) als auch das oft als „Premium“ bezeichnete Teinacher Gourmet (für die Gastronomie) enthalten das exakt gleiche, natürlich reine Mineralwasser aus den Quellen in Bad Teinach.
Die genauen Unterschiede zeigen sich im Detail:

Identische Wasserqualität
Beide Produktlinien bieten die exakt gleiche, ausgewogene Mineralisierung der Teinacher Quellen aus dem Schwarzwald. Sie sind in den drei bekannten Sorten aufgeteilt:
• Classic: Spritzig mit kräftiger Kohlensäure.
• Medium: Feinperlig mit sanftem Kohlensäuregehalt.
• Naturell: Ganz still ohne Kohlensäure.
Das Gourmet-Design sorgt lediglich dafür, dass die Flasche optisch besser zu feinen Speisen und Weingläsern in Restaurants passt
Das Ergebnis ist simpel sowie einleuchtend, die hochwertige Aufmachung bringt mehr Geld, obwohl der Inhalt der gleiche ist.
Aber wozu muss für Schorle und Aperol Spritz das Wasser der Designerflasche eingesetzt werden?
Auch würden sich Familien mit Kindern über die günstigere Alternative in PET-Flaschen freuen.
Das Argument der Weindorf Verantwortlichen Teinacher würde besondere Gegenleistung bieten, wie das Einlagern der Lauben ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Weindorfwirte sind meist Großgastronomen, die ganze Wasenzelte in ihren Lagern unterbringen, da wird es auf eine Laube auch nicht mehr ankommen.
Diese Partnerschaft ist reine Protection und hilft nur die ohnehin schon horrenden Preise nach oben zu treiben.
Die breite Stuttgarter Bevölkerung hat sich sowieso schon längst von der Institution Weindorf verabschiedet. Wie wir zu Beiträgen unterschiedlicher Autoren in verschiedenen sozialen Medien Kanälen seit Tagen beobachten können, sind die Kommentare großenteils ablehnend. Das bezieht sich natürlich nicht auf die hart gesottenen Weindorf Fans und Feierbiester.
Wenn ich in Kommentaren von Menschen aus der Pfalz oder aus dem Rheinland lesen, das sie diese Entwicklung wie sie aktuell mit dem Stuttgarter Weindorf einhergeht überhaupt nicht nachvollziehen können, frage ich mich ob hier die richtige Richtung eingeschlagen wurde. Stuttgart ist drauf und dran den Markenkern der Veranstaltung den Kommerz zu opfern.
Auf einen Pfälzer Weinfest sind die Standmieten erschwinglich, Winzer und ausschließlich Winzer schenken Wein aus und sprechen mit den Gästen über Weinbau und Weinberg.
Premium Wasser für 6,90 Euro ist der Preis, den der Kunde auch in der gehobenen Gastronomie bereit ist zu bezahlen. Dennoch sollte ein Monopolist wie Teinacher in diesem Fall darüber nachdenken, ob das familienfreundlich ist. Es gibt auch Lauben, die mit ihrer Preisgestaltung und Produktrange moderater anbieten können, auch hier ist da ein Premium Angebot verkaufshemmend.
Vielleicht müssen die Stuttgarter Winzer mal über ein alternatives Weindorf nachdenken, weg von den Highend Ansprüchen der Großgastronomen mit Gewinnmaximierung hin zu Stuttgarter Winzern und guten Gesprächen über Wein und Weinberg.
Text: Ralf Alten
Fotocredits: Facebook

