Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrinks sind längst fester Bestandteil vieler Ernährungspläne – doch rund um die Hülsenfrucht halten sich hartnäckige Mythen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat nun die wichtigsten Fakten zusammengetragen und ordnet Risiken wie Chancen wissenschaftlich ein.
Im Fokus stehen dabei sogenannte Isoflavone – sekundäre Pflanzenstoffe aus der Sojabohne, die dem Hormon Östrogen ähneln. Genau diese Ähnlichkeit sorgt immer wieder für Verunsicherung. Laut den Verbraucherzentralen sind die meisten Befürchtungen jedoch unbegründet – zumindest bei einem üblichen Verzehr.
Keine erhöhte Gefahr bei Brustkrebs
Aktuelle Studien zeigen: Wer täglich ein bis zwei Portionen Sojalebensmittel konsumiert, muss auch bei einer Brustkrebserkrankung kein erhöhtes Risiko befürchten. Selbst während einer antihormonellen Therapie gilt diese Menge als unbedenklich. Hinweise darauf, dass Soja das Rückfallrisiko steigert, gibt es derzeit nicht.
Keine „Verweiblichung“ bei Männern
Auch die Sorge, Soja könne den Hormonhaushalt von Männern negativ beeinflussen, wird wissenschaftlich nicht bestätigt. Weder ein sinkender Testosteronspiegel noch andere hormonelle Veränderungen konnten bei normalem Konsum nachgewiesen werden.
Wechseljahre: Wirkung nicht eindeutig belegt
Ob Soja gegen typische Beschwerden wie Hitzewallungen hilft, bleibt hingegen offen. Für eine verlässliche Linderung durch Isoflavone gibt es bislang keine gesicherten Belege.
Schilddrüse im Blick behalten
Bei ausreichender Jodversorgung gilt Soja auch für die Schilddrüse als unproblematisch. Anders kann es bei Jodmangel oder bestehenden Erkrankungen aussehen: Hier könnten insbesondere hochdosierte Isoflavon-Präparate negative Effekte haben. In solchen Fällen wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.
Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln
Kritisch sehen Experten vor allem isolierte Isoflavone in hoher Dosierung, etwa in Nahrungsergänzungsmitteln. Deren gesundheitliche Unbedenklichkeit ist nicht ausreichend geklärt – insbesondere für Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Schilddrüsenproblemen.
Fazit: Soja bleibt ein gesunder Bestandteil
Insgesamt gilt: Sojaprodukte können problemlos Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist die Menge – und eine insgesamt abwechslungsreiche Ernährung.
Fotocredits: shironagasukujira / stock.adobe.com / Verbraucherzentrale

