3. Juli 2025 / Lifestyle & Trends

Neue klimaresiliente Quinoa-Sorten für peruanisches Hochland

Drei neue, an Extremklima des Altiplano angepasste Quinoa-Sorten sichern Ernährung und Einkommen von Kleinbauern

Veröffentlicht am 3. Juli 2025 um 10:56 Uhr

🌱 Quinoa trifft KI – Drei neue Super-Sorten trotzen dem Klimawandel im peruanischen Hochland

Regen unberechenbar, Ernten unsicher – doch jetzt kommt Hightech auf die Felder der Anden: Mit KI-gestützter Pflanzenzüchtung helfen drei neue Quinoa-Sorten Kleinbäuer:innen, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

 
Stuttgart / Puno – Künstliche Intelligenz und traditionelle Landwirtschaft? Klingt wie zwei Welten – doch im peruanischen Altiplano zeigen Forscher:innen, wie die Verbindung funktionieren kann. In einem gemeinsamen Projekt der Universidad Nacional del Altiplano (UNAP) in Puno, der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Pflanzenzüchters KWS SAAT SE & Co. KGaA sind drei neue Quinoa-Sorten entstanden, die ideal an das Extremklima des Hochlands angepasst sind.

Die Namen der Sorten – Anmusa Kancharani, Anmusa Taquile und Anmusa Athoja – klingen poetisch und bedeuten für viele Kleinbauern eines: Zukunft. Denn sie reifen schneller, liefern trotz unregelmäßiger Regenzeiten stabile Erträge und trotzen Krankheiten sowie Kälte besser als bisherige Varianten.

 
🌾 Züchtung 2.0: Zehn Jahre, tausende Pflanzen, ein Ziel
Der Weg dorthin war lang: Über ein Jahrzehnt kreuzten die Wissenschaftler:innen sechs traditionelle Sorten und analysierten tausende Nachkommen – immer eng abgestimmt mit den lokalen Landwirt:innen. Das Besondere: Die Arbeit wurde nicht nur im Labor, sondern direkt im Feld gemacht. Die Böden, Höhenlagen und klimatischen Herausforderungen des Altiplano gaben die Richtung vor.

„Wir mussten Sorten entwickeln, die trotz kürzerer Regenzeiten schnell wachsen und verlässlich Ertrag bringen“, erklärt Prof. Dr. Karl Schmid von der Uni Hohenheim.

 
🤖 KI auf dem Acker: Deep Learning für den perfekten Ertrag
Der Gamechanger? Künstliche Intelligenz. Mithilfe hunderter Pflanzenfotos und Deep-Learning-Algorithmen konnten Forscher:innen die Blütenstände der Quinoa analysieren – ein entscheidendes Merkmal für die Ertragsprognose. So wurde genetisch sichtbar, welche Pflanzen besonders vielversprechend sind.

Ein hochmodernes Verfahren, das sonst eher bei Weizen, Mais oder Soja Anwendung findet – jetzt erstmals bei Quinoa im Hochland.

 
💚 Saatgut als soziales Investment
Noch besser: Das Saatgut wird kostenlos an die Kleinbauern verteilt. Außerdem erhalten sie Schulungen, um selbst Saatgut zu vermehren und lokale Unternehmen zu gründen. „Das Projekt verbindet Forschung, Entwicklung und soziale Verantwortung“, sagt Prof. Schmid.

Dabei geht es nicht nur um Ernährungssicherheit – sondern auch um wirtschaftliche Perspektiven in einer von Abwanderung bedrohten Region.

 
🎓 Nachwuchs mit Know-how
Auch für die junge Wissenschaft in Peru hat das Projekt Weichen gestellt: Über 20 Studierende der Agrarwissenschaften sowie ein Doktorand, der bald an der Uni Hohenheim promovieren wird, waren aktiv eingebunden. So wird nicht nur Saatgut weitergegeben – sondern auch Wissen.

 
🌍 Fazit: Wenn Hightech auf Tradition trifft
Quinoa war schon immer ein Symbol für Widerstandskraft. Jetzt, mit KI-Unterstützung, wird sie zum Hoffnungsträger in Zeiten des Klimawandels. Ein Projekt, das zeigt, wie moderne Technologie und lokale Traditionen Hand in Hand gehen können – für Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stärkung und eine klimaresiliente Zukunft.

 
Bildnachweis Uni Hohenheim Karl Schmid

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