25. Mai 2024 / Kultur

Wie lernt man, richtig zu genießen .... Teil 2

Leitartikel, Genuss, Zeit, Alltag, Entspannung, Boris Mönnich

Veröffentlicht am 25. Mai 2024 um 11:44 Uhr

Wie man lernt, richtig zu genießen …

3) Genuss geht nicht einfach so nebenbei!

Diese Aussage ist wörtlich zu nehmen, denn in der Tat erfordert wirklicher Genuss die volle Aufmerksamkeit und Zeit und kann nicht neben anderen Aktivitäten erlebt werden - ein Genusserlebnis braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit. Dafür ist es notwendig, anhand unserer fünf Sinne zu erkennen, in welchen Momenten und Situation wir Genuss empfinden oder Zugang zu angenehmen Erinnerungen bekommen.

4) Weniger Genuss ist mehr Genuss!

Ein Überangebot an bestimmten Dingen oder Reizen ist bekanntlich niemals gut. Und auch beim Thema Genuss gilt die Regel, dass weniger meistens mehr ist. Lieber mal zwischendurch bestimmte Dinge genießen und darauf achten, dass Genussmittel etwas seltenes und einzigartiges bleiben.

5) Wissen und aussuchen, was einem gut tut!

Jeder Mensch ist anders und hat andere Vorlieben. Wer es zum Beispiel liebt, sonntags lange zu schlafen, sollte das auch tun und es genießen. Mit steigender Genussfähigkeit steigt in der Regel nämlich auch die Lebenszufriedenheit, die - allerdings nicht zwangsläufig - auch zu einem gesünderen Leben führen kann.

6) Kein Genuss ohne Erfahrung!

Wer kennt das nicht: Oftmals sucht man sein Glück in bestimmten Dingen, die einem schon mal Genuss und Freude beschert haben. Doch das subjektive Empfinden und Wahrnehmen verändert sich im Laufe der Zeit. Was wir vor ein paar Jahren noch ausnahmslos genossen haben, kann uns heute schon nicht mehr gefallen oder etwas, das früher undenkbar war, wird plötzlich zum Genuss.

7) Genuss ist alltäglich!

Es braucht keinen bestimmten Zeitpunkt oder spezielle Ereeignisse, um Genuss zu erfahren. Ganz im Gegenteil: Genuss ist allgegenwärtig und sogar der Alltag hat viele Genussquellen zu bieten, denn genießen zu können ist eine bestimmte Lebensphilosophie, die jeder für sich selbst erlernen kann.

Welche Arten und Unterschiede von Genuss gibt es?

Für uns moderne Menschen ist es heutzutage beinahe unvorstellbar, aber Genussmittel wie Kaffee, Tee, Tabak und Schokolade gehörten noch vor einigen Jahrzehnten nicht zum Alltag. Vielmehr waren diese meist den oberen Schichten als Luxusprodukte vorbehalten. Erst mit dem Beginn des weltumspannenden Handels war es auch den Normalsterblichen möglich und vergönnt, diesen begehrten Genussmitteln zu frönen. Und wenn man heutzutage alle Formen von Genuss versuchen würde zu erläutern, dann wäre das wohl eine schier unendliche Auflistung. Am meisten wird Genuss aber derzeit, wie bereits erwähnt, mit dem Thema Essen und Trinken in Zusammenhang gebracht. Das beweist auch eine immer noch aktuelle Studie des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie, die schon im Jahr 2011 erhoben wurde: 68 Prozent der befragten Personen brachten damals Genuss hauptsächlich mit Essen und Trinken in Verbindung, für 14 Prozent war Freizeit ein Genuss. Alle anderen Genussaspekte wie zum Beispiel Partnerschaft und Sex, Gesundheit, Sport oder Spaß bildeten mit nur wenigen Prozentpunkten das Schlusslicht. Seit einigen Jahren weiss man aus medizinischen Untersuchungen, dass es beim Genießen auch geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. So ist zum Beispiel das Genussempfinden von Frauen differenzierter, ausgeprägter und anspruchsvoller, als das der Männer. Als Grund dafür gilt die unterschiedliche Erziehung beider Geschlechter. Doch es gibt auch regionale Genussunterschiede: So gelten in Deutschland die Rheinländer am genussfähigsten, während die Norddeutschen am unempfänglichsten für Genüsse sind. 

Wie genießt man richtig?
Genuss gilt heutzutage als ein essenzieller Teil der Selbstfürsorge und wirkt sich in der seelischen Balance von uns allen aus. Aus der modernen Psychiatrie ist bekannt, dass Menschen mit Schmerzen, Depressionen und Essstörungen sehr oft ihre Fähigkeit zu genießen verloren haben. Darum gibt es einige Kliniken, die spezielle Genussgruppen anbieten, in denen die Teilnehmer lernen, wieder zu genießen. Ein allgemeines Patentrezept um zu erlernen, wie man richtig genießt, gibt es aber leider nicht. Am besten ist es allerdings, seine fünf Sinne - Riechen, Tasten, Sehen, Schmecken und Hören - zu nutzen. Dazu muss man herausfinden, was einen befriedigt und zufrieden stellt. Und je öfter man sich genüsslichen Momenten hingibt, desto mehr versteht man es zu genießen, Kraft zu schöpfen und Energie zu tanken.                                                                                Boris Mönnich

 

Bildnachweis Pixabay

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