Standorttreue muss sich lohnen – Das Handwerk bleibt unverzichtbar
Mit 32.603 Betrieben verzeichnet die Handwerkskammer Region Stuttgart im Jahr 2024 einen neuen Rekordbestand. Doch dieser Erfolg birgt auch Herausforderungen, wie Präsident Rainer Reichhold bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart betonte.
„Wir freuen uns über das Wachstum in der Handwerksfamilie, das zeigt, dass die Existenzgründung im Handwerk weiterhin attraktiv ist“, so Reichhold. Allerdings sei der Anstieg vor allem bei den zulassungsfreien Betrieben zu verzeichnen, während die meisterpflichtigen Betriebe einen Rückgang von 1,3 Prozent erlebten. „Das bereitet uns Sorgen, denn diese Betriebe erwirtschaften den größten Umsatz und stellen die meisten Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, so der Präsident.
📉 Meisterlücke gefährdet Zukunft des Handwerks Der Rückgang zeigt eine dringende Herausforderung: Es gibt zu wenige Meisterinnen und Meister, um bestehende Betriebe zu übernehmen. „In den nächsten Jahren suchen tausende Betriebe in der Region einen Nachfolger. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte, um mehr junge Menschen für den Meistertitel, die Selbstständigkeit und die Betriebsnachfolge zu gewinnen“, erklärte Reichhold. Wichtig seien gezielte Maßnahmen, um potenzielle Nachfolger frühzeitig zu identifizieren, zu fördern und für das Unternehmertum zu begeistern.
📢 Politik in der Pflicht: Rahmenbedingungen verbessern! Damit das Handwerk zukunftsfähig bleibt, müsse die Politik bessere Bedingungen schaffen. Reichhold fordert: ✅ Bürokratieabbau – Gründungen und Übernahmen erleichtern ✅ Steuerliche Förderung – Investitionen attraktiver machen ✅ Fachkräftesicherung – Ausbildung und Weiterbildung stärken „Egal wie die Wirtschaftslage ist – das Handwerk bleibt in der Region verwurzelt. Doch um Betriebe zu erhalten und weiterzuentwickeln, muss der Standort wieder attraktiver werden“, betonte der Präsident.
🔋 Handwerk als Schlüssel zur Energiewende Besonders in der Energie- und Wärmewende sei das Handwerk unverzichtbar. Die Stadt Stuttgart will in zehn Jahren emissionsfrei sein – ein Ziel, das nur mit Handwerksbetrieben erreichbar sei. Reichhold fordert daher Planungssicherheit: „Wir brauchen Klarheit, welche Gebiete nicht an Wärmenetze angeschlossen werden. Sonst zögern Bürgerinnen und Bürger mit Investitionen.“
📊 Wachstum in den Klima- und Energiegewerken Die Bedeutung des Handwerks für die Klimawende zeigt sich auch in den Zuwächsen der meisterpflichtigen Betriebe: 📈 +32 Betriebe im Elektrotechniker-Handwerk
🔧 +9 Betriebe bei den Zweiradmechanikern
🔥 +8 Betriebe bei Installateuren & Heizungsbauern
Insgesamt sank die Zahl der meisterpflichtigen Betriebe dennoch um 262 auf 20.224 Betriebe. Gleichzeitig wuchs die Zahl der zulassungsfreien Betriebe um 777 auf 8.784. Auch handwerksähnliche Gewerke legten mit 44 neuen Anmeldungen zu.
Besonders bemerkenswert war das Wachstum bei Gebäudereinigern, Kosmetikern und Bodenlegern.
🔎 Fazit: Handwerk sichert Zukunft der Region Trotz Herausforderungen bleibt das Handwerk ein stabiler Wirtschaftsfaktor. Die Handwerkskammer setzt sich weiterhin für bessere Rahmenbedingungen ein – denn Standorttreue muss sich lohnen!
Bildnachweis: amh-online.de/primAQ

