2. August 2025 / Inside-News

Wenn Schmerz zur Sucht wird: Die stille Gefahr der Opioide

Immer mehr Menschen in Stuttgart und Esslingen sind opioidabhängig – starke Schmerzmittel werden zum Risiko mit fatalen Folgen.

Veröffentlicht am 2. August 2025 um 08:20 Uhr

Wenn Schmerzmittel abhängig machen: Regionale AOK-Zahlen zeigen bedenklichen Trend

Was als medizinische Hilfe gegen starke Schmerzen beginnt, kann schnell zur Abhängigkeit führen. Der unsichtbare Übergang von Therapie zur Sucht betrifft immer mehr Menschen, wie aktuelle Daten der AOK für die Region Stuttgart zeigen. Besonders in der Landeshauptstadt und im Landkreis Esslingen nimmt die Zahl der Opioid-Abhängigen seit Jahren leicht zu.

Im Vergleich: In Stuttgart stieg die Zahl betroffener AOK-Versicherter von 688 im Jahr 2019 auf 716 im Jahr 2023. Ähnlich zeigt sich die Entwicklung in Esslingen (2019: 438; 2023: 465). Dagegen bleiben die Zahlen im Landkreis Ludwigsburg konstant, während Böblingen, Göppingen und der Rems-Murr-Kreis rückläufige Werte verzeichnen.

Die AOK warnt vor den gesundheitlichen Risiken der Medikamente. Opiate und Opioide, darunter auch das besonders gefährliche Fentanyl, sind zwar wirksam gegen Schmerz, besitzen jedoch ein hohes Suchtpotenzial. Besonders alarmierend ist der Anstieg drogenbedingter Todesfälle bei jungen Konsumierenden. Immer häufiger ist Fentanyl an tödlichen Überdosierungen beteiligt.

Die Folgen einer Opioid-Abhängigkeit reichen weit über die körperliche Gesundheit hinaus: Beruf, Familie und soziale Bindungen leiden, während sich der Alltag zunehmend um die Substanz dreht. Intravenöser Konsum etwa von Heroin – dem häufigsten illegalen Opiat – kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, darunter Atemstillstand, Herzinfektionen und Thrombosen.

Frühzeitige Hilfe ist entscheidend. Erste Anlaufstellen sind Hausärzte, Suchtberatungsstellen oder spezialisierte Ambulanzen. Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad ambulant oder stationär – ergänzt durch langfristige Nachbetreuung und Selbsthilfeangebote.

Zur Prävention empfiehlt die AOK eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken bei der Verschreibung starker Schmerzmittel – vor allem bei Risikopatienten. Versicherte mit Suchterkrankungen erhalten im Rahmen spezieller Versorgungsprogramme individuelle Unterstützung und eine koordinierte medizinische Begleitung.

Fotocredit AOK

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