Amphibien auf dem Hochzeitszug – Stuttgart bremst für Frösche und Kröten
Mit den ersten milden Nächten beginnt in Stuttgart wieder die große Amphibienwanderung. Tausende Frösche, Kröten und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern – und müssen dabei Straßen überqueren. Um die Tiere zu schützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, greifen in mehreren Stadtteilen besondere Maßnahmen.
Sobald die Temperaturen auf vier bis fünf Grad steigen und Regen einsetzt, starten die Tiere ihre teils massenhaften Wanderungen. Besonders betroffen sind sogenannte „Traditionslaicher“ wie Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander. Sie kehren jedes Jahr an den Ort ihrer Geburt zurück. Auf den Straßen sinkt ihre Überlebenschance jedoch mit jedem Fahrzeug.
Diese Gebiete sind besonders betroffen
In Stuttgart betrifft die Wanderung vor allem:
- die Waldflächen um den Rot- und Schwarzwildpark
- die Waldebene Ost
- die Scharnhauser Straße
- Bereiche im nördlichen Möhringen
- das Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal mit Hangwäldern und Umgebung“
Die Strecken sind mit dem Gefahrzeichen „Krötenwanderung“ gekennzeichnet. Dort gilt: langsam fahren und besonders aufmerksam sein.
Schutzzäune und Helfer im Einsatz
Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt errichtet an mehreren Stellen Schutzzäune – unter anderem an der Solitude, der Scharnhauser Straße, der Waldebene Ost und in Möhringen. Ehrenamtliche des NABU Stuttgart kontrollieren täglich die Strecken und bringen die Tiere sicher über die Straße.
Wer helfen möchte, kann sich beim NABU melden:
📞 0711 / 626944
✉️ nabu@nabu-stuttgart.de
Nächtliche Straßensperrungen
Während der Hauptwanderzeit wird nachts die Verbindungsstraße zwischen Zazenhausen und Mühlhausen gesperrt. Die Buslinie 53 wendet dann an der Haltestelle Zazenhausen Steigle; mehrere Haltestellen entfallen. Die genauen Sperrtage gibt die SSB bekannt.
Weitere lokale Sperrungen betreffen:
- Oeffinger Scillawald
- Grüner Heiner
- Zufahrt Sportplatz Uhlbach (nach Dämmerung)
Auf einzelnen Straßen gilt während der Wanderzeit Tempo 10 – unter anderem in der Eichenparkstraße, der Roßhaustraße und am Sportplatz Uhlbach.
Bitte Rücksicht nehmen
Von Februar bis Mai heißt es: besonders achtsam fahren – vor allem bei Regen. Verkehrsteilnehmende werden gebeten, langsam zu fahren, Helfer nicht zu gefährden und wenn möglich alternative Routen zu wählen.
Jede vorsichtige Fahrt hilft, tausende Tiere zu schützen. 🐸
Fotocredits: Symbolbild Adope Stock

